
Während der Diskussionen mit den Fachleuten zu horizontalen und normativen Grundlagen zur Steigerung der Zirkularität von Produkten aus der Elektrotechnik und IKT wurden zwei wesentliche Aspekte benannt: (i) die allgemeine Notwendigkeit einer umfassenden Indikatorik bezüglicher aller R-Strategien und (ii) Normen zur Begleitung bestehender und zukünftiger digitaler Abbildung von Produkteigenschaften, z. B. der Befüllung von einschlägigen Datenbanken. Ebenfalls wurde berichtet, dass eine zeitnahe und ambitionierte Umsetzung von politischen Grundsatzentscheidungen zur Energiewende stattfindet, jedoch die normative Grundlage und damit die Einheitlichkeit der Umsetzung bislang nicht mitgedacht wurden. Grundsätzlich wird die von den Normungsbedarfen begleitete Rechtsetzung von den Fachleuten im Bereich der Produktregulierung und nicht im Bereich der Abfallgesetzgebung gesehen.
Bei der Steigerung der Zirkularität von Produkten bestehen beinahe keine Einschränkungen durch die Art des Produktes. Zwei Gemeinsamkeiten haben unterschiedliche Produkte jedoch: Zum einen ist es vorteilhaft, den Blick auf den gesamten Zyklus zu lenken, zu abstrahieren und zukünftige Szenarien einzubeziehen. Zum anderen dürfen die Produktsicherheit sowie weitere Sicherheitsaspekte, z. B. der Arbeitsschutz, nicht beeinträchtigt werden. In beiden Bereichen ist die Normungslandschaft sowohl national als auch international sehr gut aufgestellt und eine Steigerung der Produktzirkularität in Aussicht.
Das Design der Produkte gemäß den R-Strategien stellt einen entscheidenden Schritt hin zur Circular Economy dar. Zur erfolgreichen Umsetzung der R-Strategien muss nicht nur bei den Unternehmen, sondern auch bei den Verbrauchenden angesetzt werden.
Hier sollte eine Bewusstseinsbildung für die Circular Economy stattfinden, damit auf dem Markt eine entsprechende Nachfrage nach Produkten generiert wird, die mit Blick auf die R-Strategien designt wurden.
Bei den Bereichen Wiederverwendung, Instandsetzung, Wiederaufarbeitung und Neuverwendung findet ggf. ein Nutzer-/Besitzer*innenwechsel statt. Entsprechend umfassende Produktinformationen ermöglichen eine detaillierte Beschreibung der Produkte und eine darauf aufbauende feingranulierte Differenzierung der Produkte am Markt. Produkte könnten gezielter und bedarfsgerechter eingekauft, verwendet oder installiert werden. Dieses schließt eine größere Anzahl an wiederverwendeten, reparierten, aufgearbeiteten oder wiederaufgearbeiteten Produkte ein und erhöht damit die Gesamtzirkularität von Elektro- und IKT-Produkten im Allgemeinen. Ebenfalls kann die Zweitverwendung von Produkten durch die hohe Transparenz der Produkteigenschaften gesteigert und insgesamt das Vertrauen in die Produktqualität bei der Zweitverwendung gestärkt werden.
Ein Informationsstandard für Verbrauchende kann diese dabei unterstützen, die Zirkularität der Produkte einzuschätzen. Eine Bewertung in dieser Hinsicht sollte allerdings ebenfalls auf der Seite der Unternehmen stattfinden. Hierzu sollte eine geeignete Indikatorik entwickelt werden, die eine zahlenmäßige Bewertung der Zirkularität von Produkten ermöglicht und so dazu geeignet ist, Produktweiterentwicklungen in Bezug auf die R-Strategien zu beurteilen.
In einigen Themenbereichen ist die Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Politik zur Initialisierung neuer Normprojekte von besonderer Bedeutung, z. B. in Bezug auf mögliche Mandatierungen. Folgende Ressorts der Bundesregierung und Generaldirektionen der EU-Kommission sollten zu einzelnen Themenkomplexen angesprochen werden:
Wie geht es jetzt weiter?
Nach der Veröffentlichung der Normungsroadmap Circular Economy gilt es nun, die erarbeiteten Bedarfe aus den verschiedenen Themenfeldern in die Umsetzung zu bringen. Wie das konkret aussieht und welche Bedarfe in welcher Form und Zeitspanne umgesetzt werden, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab.
Wir halten Sie hier auf DIN.One über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden.
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