Die Entwicklung und Anwendung von Normen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) steht vor besonderen Herausforderungen:
Der EU AI Act verweist auf harmonisierte Normen als Grundlage für die Konformitätsbewertung von Hochrisiko-KI-Systemen (Artikel 43). Unternehmen müssen umfangreiche Anforderungen erfüllen – harmonisierte Normen sollen diesen Prozess erleichtern, sind aber oft schwer zugänglich oder anwendungsfern.
Das Konzept der offenen Normung setzt auf Inklusivität, Transparenz und Praxisorientierung. Ziel ist es, Normungsprozesse zugänglicher und agiler zu gestalten.
✔ Inklusivität und Diversität
→ Beteiligung von KMUs, Zivilgesellschaft, Forschung und Anwendern, die bisher oft ausgeschlossen sind.
✔ Transparenz und Nachvollziehbarkeit
→ Klare Dokumentation von Entscheidungsprozessen, öffentliche Diskussionsstände, offene Einflussmöglichkeiten.
✔ Agilität und Flexibilität
→ Iterative und adaptive Normungsprozesse, Modularisierung von Normen, Erprobung durch Feedback-Schleifen.
✔ Praxisorientierung
→ Direkte Testung von Normentwürfen in realen Anwendungskontexten, kontinuierliche Anpassung durch Nutzerfeedback.
✔ Barrierefreiheit
→ Finanzielle, sprachliche und technische Hürden für die Beteiligung und Nutzung minimieren.
Diese Prinzipien erfordern strukturelle und kulturelle Veränderungen in Normungsinstitutionen und Unternehmen.
🌍 Plattformen für den Austausch zwischen Wirtschaft, Forschung, Normungsorganisationen und Zivilgesellschaft.
➡ Ziel: Normen praxisnäher gestalten und bestehende Lücken identifizieren.
Erfolgsfaktoren:
🏗 Reale Testumgebungen zur praktischen Erprobung neuer Normen.
➡ Nutzen: Unternehmen können neue KI-Normen direkt im Betrieb testen, bevor sie verpflichtend werden.
💡 Kollaborative Entwicklung von Normen nach Open-Source-Prinzipien
➡ Beispiel: KI-gestützte Open-Source-Tools zur Konformitätsbewertung
Vorteile:
🏛 Langfristige Kooperationen zwischen Normungsorganisationen und Anwendern.
➡ Beispiel: Partnerschaft zwischen DIN und KI-Anwendern für praxisnahe Leitfäden zur Umsetzung des EU AI Acts.
Formen der Zusammenarbeit:
📚 Wissen und Kompetenzen für eine breite Beteiligung vermitteln.
🎯 Maßnahmen:
✔ Webinare & Workshops zur Einführung in Normungsprozesse
✔ Mentoring-Programme für KMUs zur effektiven Beteiligung
✔ Praxisleitfäden zur Umsetzung des EU AI Acts
🖥 Transparenz und Beteiligung durch digitale Tools verbessern.
🌍 Beispiel: Online-Plattform zur Diskussion und Co-Entwicklung neuer Normen.
🛠 Erprobung neuer Normungsansätze in realen Anwendungen.
🎯 Beispiel: Leitfaden zur Konformitätsbewertung gemeinsam mit Unternehmen, Normungsinstitutionen und Forschung entwickeln.
🔄 Regelmäßige Konsultationen zwischen Normungsinstitutionen und Anwendern.
🎯 Beispiel: Community-Feedback zu neuen KI-Normen über strukturierte Umfragen und Roundtables einholen.
✔ Erfahrungsaustausch – Welche Herausforderungen gibt es in deiner Organisation?
✔ Use-Case-Sammlung – Welche Normungsthemen sind besonders dringend?
✔ Expertise-Netzwerk – Vernetzung mit Fachleuten aus Wirtschaft, Forschung und Regulierung.
✔ Pilotprojekte – Praktische Tests neuer Normungsansätze gemeinsam mit Partnern.
📋 Erfassung relevanter Organisationen und Experten zur besseren Koordination.
🤝 Erster Dialog zwischen ANP-Mitgliedern und Normungsorganisationen zur offenen Normung.
📢 Langfristige Strategie für die kontinuierliche Einbindung von Interessengruppen.
📖 EU AI Act (Regulation (EU) 2024/1689)
📖 DIN-Strategie 2030 – 🔗 Link
📖 ISO Principles for Developing Standards – 🔗 Link
📚 "Open Standardization: A New Paradigm for Innovation and Collaboration" (Journal of Standardization Research, 2023)
📚 "Multi-Stakeholder Governance in the Digital Age" (Policy Studies Journal, 2024)
📩 Interesse an offener Normung? Fragen oder Ideen?
👉 ANP-Koordinationsteam
Florian Pesel
Projektmanager
ANP-Geschäftsstelle
DIN – Ausschuss Normenpraxis (ANP)
+49 30 2601-7005