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Comment: Intel gibt seine Chip-Pläne in Magdeburg auf – ein Rückschlag für die technologische Souveränität Europas. Gleichzeitig verharren viele Unternehmen in der KI-Pilotphase, weil Umsetzungskompetenz und Standards fehlen. Der Rücktritt des C3.ai-Gründers zeigt: Auch Personenrisiken bei KI-Anbietern sind ernst zu nehmen – für die Normung bedeutet das: mehr Fokus auf Resilienz, Umsetzungsfähigkeit und infrastrukturelle Unabhängigkeit.



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NEUE FOLGE:

25

26.7.2025

KI-Entwicklungen mit Relevanz für die Normung

Aktueller Stand

Datum: 25. Juli 2025
Zielgruppe: Normenanwender:

Fachkreise der Normenanwendung, Arbeitskreise im DIN, Mitglieder des NA Normenpraxis

1. US-KI-Deregulierung: Herausforderungen für internationale Normenarbeit

Die US-Regierung hat unter Präsident Trump einen neuen Aktionsplan zur Förderung von KI vorgestellt. Zentrale Elemente: Abbau regulatorischer Hürden, beschleunigter Bau von Rechenzentren, Ausweitung des KI-Exports.

Normungsrelevanz:

  • Wachsende Divergenz zwischen US-Politik (Deregulierung) und EU-Ansätzen (z. B. AI Act)

  • Gefahr von globalen De-facto-Standards außerhalb des Normensystems

  • Spagat zwischen Innovationsfähigkeit und normbasierten Vertrauensmechanismen

Implikation für Arbeitskreise:
Die internationale Anschlussfähigkeit deutscher Normen zu KI-Systemen muss gesichert werden. Parallel sollten Mindestanforderungen für Transparenz und ethische Leitplanken normativ verankert bleiben.

2. KI in der Flugzeugabfertigung: Impuls für Prozessnormen

Am Frankfurter Flughafen wird das KI-System „Seer“ eingesetzt, um die Flugzeugabfertigung durch Videoanalyse effizienter zu gestalten. Der Fokus liegt auf der Verkürzung von Turnaround-Zeiten durch Prozessdigitalisierung.

Normungsrelevanz:

  • Anwendungsbeispiel für KI-basierte Prozesskontrolle in Echtzeit

  • Bedarf an validierbaren Schnittstellen, Datenformaten und Qualitätskriterien

  • Übertragbarkeit auf weitere Branchen denkbar

Implikation für Arbeitskreise:
Dieser Fall eignet sich als Grundlage zur Weiterentwicklung technischer Regeln für KI-Einsatz in betrieblichen Abläufen. Schnittstellenstandards und Dokumentationsanforderungen können normativ konkretisiert werden.

3. Meta lehnt EU-KI-Kodex ab: Risiken für freiwillige Standardisierung

Meta (Facebook) verweigert die Unterzeichnung des freiwilligen EU-KI-Kodex. Themen wie Urheberrecht, Transparenz und Modellverantwortung werden aus Unternehmenssicht als zu unklar bzw. überreguliert bewertet.

Normungsrelevanz:

  • Unterschiedliche Unternehmenshaltungen erschweren einheitliche Marktstandards

  • Ablehnung freiwilliger Standards schwächt normative Selbstregulierung

  • Verbindliche Normen gewinnen als Referenzrahmen an Bedeutung

Implikation für Arbeitskreise:
DIN-Gremien sollten freiwillige Kodizes als Orientierung behalten, jedoch verstärkt auf technische Normen setzen, die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Governance verbindlich adressieren

innen, Gremienmitglieder, Fachkreise im Bereich KI & Digitalisierung


1. Intel zieht sich aus Magdeburg zurück – strategische Risiken für technologische Souveränität

Der US-Konzern Intel hat die geplante Investition von 30 Milliarden Euro in den Standort Magdeburg gestoppt. Der Rückzug bedeutet nicht nur das Aus für 3.000 potenzielle Arbeitsplätze, sondern auch einen Rückschlag für die deutsche Halbleiterstrategie.

Normungsrelevanz:
– Die weiterhin bestehende Abhängigkeit von nicht-europäischen Chip-Herstellern birgt Risiken für die Verfügbarkeit KI-fähiger Hardware
– Normen, die auf bestimmte Hardwareplattformen angewiesen sind, müssen flexibler und herstellerneutral ausgelegt sein
– Die langfristige Standardisierung KI-relevanter Infrastrukturen (z. B. für Edge Computing oder spezialisierte KI-Beschleuniger) erfordert belastbare europäische Lieferketten

Implikation für Arbeitskreise:
Gremien, die sich mit Anwendungsnormen für KI beschäftigen, sollten bei der Ausgestaltung technischer Anforderungen mögliche Versorgungsengpässe einplanen und Interoperabilität zwischen Hardwarearchitekturen absichern.


2. KI bleibt im Pilotmodus – mangelnde Umsetzungskompetenz als Standardisierungshemmnis

Laut einer aktuellen Erhebung der Computerwoche verbleiben fast die Hälfte aller KI-Projekte in deutschen Unternehmen in der Pilotphase. Gründe sind vor allem Sicherheitsbedenken, unklare Rechtslagen und fehlende Kompetenzen in den Fachabteilungen.

Normungsrelevanz:
– Fehlen klarer Umsetzungsrichtlinien und validierter Best Practices erschwert den Transfer von PoCs in den Produktivbetrieb
– Bestehende Normen zur Einführung von KI-Systemen (z. B. ISO/IEC 42001) sind bislang nur unzureichend in die betriebliche Praxis übersetzt worden
– Die Sicherheitsanforderungen an KI-Systeme werden häufig nicht standardisiert dokumentiert

Implikation für Arbeitskreise:
Es braucht handlungsorientierte Normeninhalte zur Einführungsunterstützung von KI in KMU. Praxisnahe Transferleitfäden und normgerechte Checklisten könnten die Umsetzung erleichtern und Vertrauen bei IT-Verantwortlichen stärken.


3. C3.ai vor möglicher Übernahme – Risiken durch Personenabhängigkeit

Der Rücktritt von Thomas Siebel als CEO von C3.ai aus gesundheitlichen Gründen hat unmittelbare Auswirkungen auf das Unternehmen und seine Bewertung. Analysten spekulieren über eine bevorstehende Übernahme. C3.ai gilt als Anbieter komplexer KI-Systeme für kritische Infrastrukturen.

Normungsrelevanz:
– Personenabhängigkeit bei Technologieanbietern kann mittelbar die Stabilität von Zulieferketten für KI-Anwendungen gefährden
– Auswahl- und Bewertungsverfahren für KI-Zulieferer (z. B. in Form von Eignungsprüfungen oder Anforderungsprofilen) sind bisher nicht normativ abgesichert
– Der Fall unterstreicht die Bedeutung organisationsbezogener Risikobewertung bei der KI-Integration

Implikation für Arbeitskreise:
Bei der Ausarbeitung technischer Richtlinien zur Anbieterbewertung sollte auch die personelle und strukturelle Resilienz von Anbietern Berücksichtigung finden. Normbasierte Kriterien für technologische Nachfolgesicherung und Systemstabilität können hier Orientierung geben.