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"KI-Ethik News" liefert Ihnen werktäglich die wichtigsten Entwicklungen rund um den AI Act, DIN-Normen, Compliance und Unternehmenspraxis – kompakt, verständlich und mit exklusiver Einordnung von Arno Schimmelpfennig, einem renommierten Experten für KI-Normung in Deutschland. Für Entscheider, Compliance-Manager, Tech-Professionals und alle, die wissen wollen, wie KI die Wirtschaft und Gesellschaft verändert.
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NEUE FOLGE: 26.7.2025
KI-Entwicklungen mit Relevanz für die Normung
Datum: 25. Juli 2025
Zielgruppe: Normenanwender:innen, Gremienmitglieder, Fachkreise im Bereich KI & Digitalisierung
1. Intel zieht sich aus Magdeburg zurück – strategische Risiken für technologische Souveränität
Der US-Konzern Intel hat die geplante Investition von 30 Milliarden Euro in den Standort Magdeburg gestoppt. Der Rückzug bedeutet nicht nur das Aus für 3.000 potenzielle Arbeitsplätze, sondern auch einen Rückschlag für die deutsche Halbleiterstrategie.
Normungsrelevanz:
– Die weiterhin bestehende Abhängigkeit von nicht-europäischen Chip-Herstellern birgt Risiken für die Verfügbarkeit KI-fähiger Hardware
– Normen, die auf bestimmte Hardwareplattformen angewiesen sind, müssen flexibler und herstellerneutral ausgelegt sein
– Die langfristige Standardisierung KI-relevanter Infrastrukturen (z. B. für Edge Computing oder spezialisierte KI-Beschleuniger) erfordert belastbare europäische Lieferketten
Implikation für Arbeitskreise:
Gremien, die sich mit Anwendungsnormen für KI beschäftigen, sollten bei der Ausgestaltung technischer Anforderungen mögliche Versorgungsengpässe einplanen und Interoperabilität zwischen Hardwarearchitekturen absichern.
2. KI bleibt im Pilotmodus – mangelnde Umsetzungskompetenz als Standardisierungshemmnis
Laut einer aktuellen Erhebung der Computerwoche verbleiben fast die Hälfte aller KI-Projekte in deutschen Unternehmen in der Pilotphase. Gründe sind vor allem Sicherheitsbedenken, unklare Rechtslagen und fehlende Kompetenzen in den Fachabteilungen.
Normungsrelevanz:
– Fehlen klarer Umsetzungsrichtlinien und validierter Best Practices erschwert den Transfer von PoCs in den Produktivbetrieb
– Bestehende Normen zur Einführung von KI-Systemen (z. B. ISO/IEC 42001) sind bislang nur unzureichend in die betriebliche Praxis übersetzt worden
– Die Sicherheitsanforderungen an KI-Systeme werden häufig nicht standardisiert dokumentiert
Implikation für Arbeitskreise:
Es braucht handlungsorientierte Normeninhalte zur Einführungsunterstützung von KI in KMU. Praxisnahe Transferleitfäden und normgerechte Checklisten könnten die Umsetzung erleichtern und Vertrauen bei IT-Verantwortlichen stärken.
3. C3.ai vor möglicher Übernahme – Risiken durch Personenabhängigkeit
Der Rücktritt von Thomas Siebel als CEO von C3.ai aus gesundheitlichen Gründen hat unmittelbare Auswirkungen auf das Unternehmen und seine Bewertung. Analysten spekulieren über eine bevorstehende Übernahme. C3.ai gilt als Anbieter komplexer KI-Systeme für kritische Infrastrukturen.
Normungsrelevanz:
– Personenabhängigkeit bei Technologieanbietern kann mittelbar die Stabilität von Zulieferketten für KI-Anwendungen gefährden
– Auswahl- und Bewertungsverfahren für KI-Zulieferer (z. B. in Form von Eignungsprüfungen oder Anforderungsprofilen) sind bisher nicht normativ abgesichert
– Der Fall unterstreicht die Bedeutung organisationsbezogener Risikobewertung bei der KI-Integration
Implikation für Arbeitskreise:
Bei der Ausarbeitung technischer Richtlinien zur Anbieterbewertung sollte auch die personelle und strukturelle Resilienz von Anbietern Berücksichtigung finden. Normbasierte Kriterien für technologische Nachfolgesicherung und Systemstabilität können hier Orientierung geben.
