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Hintergrundinformationen:

Der Leitfaden soll sich mit der Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung beschäftigen und einen Beitrag zur Abfallvermeidung und Verringerung des Materialeinsatzes und somit zur Stabilisierung sowie Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft leisten. Zentrales Element des Leitfadens ist eine umfassende Quantifizierungsmethodik, die durch entsprechende Darstellung und Verwendung realistischer Daten und Formeln gestützt wird, indem praxisnahe Daten systematisch erhoben bzw. verwendet werden. Der Leitfaden soll Hinweise geben, wie Daten von Verbrauchern und Wertstoffhöfen generiert werden können, und sich an der Herangehensweise des IEC/TR 62635 Guidelines for end-of-life information provided by manufacturers and recyclers and for recyclability rate calculation of electrical and electronic equipment orientieren, wobei besonderer Wert auf den Informationsaustausch zwischen Entsorgungswirtschaft und Händlern gelegt wird.

WebkonferenzZugangsdatenTagesordnungAnmeldung
WebkonferenzMeetingdokumenteErgebnisse / Dokumente
Di, 03.02.2026
(
9
13-
12h
16h)

Einladung_zur_2._Sitzung

_der

Tagesordnung 2. Sitzung

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Di, 14.04.2026
(9-12h)

 Anmeldung möglichst bis 8.4.2026 hier.

Einladung mit Zugangsdaten zur WebEx

Tagesordnung

(Entwurf) 2. Sitzung der KU-AK 7 UAG IIILink

tbd


TO DOs:

  1. Alle sind gebeten in der MS Umfrage anzugeben, ob Interesse an einer Mitarbeit an diesem Normungsvorhaben besteht und welche weiteren Stakeholder kontaktiert werden sollten, für die das Projekt interessant sein könnte. Die nächste Auswertung der Umfrage wird auf der nächsten Webkonferenz gezeigt.
  2. Zweite Kommentierungsrunde des Normungsantrags bis 12. April 2026

Hinweis: Inhalte kommentieren Sie, indem Sie mit der Maus über die entsprechende Textpassage gehen. Hier erscheint eine Blase mit ‚Add inline comment‘. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die KU-Geschäftsstelle (annekatrin.mayer@din.de).


AKTIONEN aus Vorbesprechung mit Herrn Ebelt, Herrn Prof. Seifert & Frau Mayer am 22.01.2026:

  •  Herr Ebelt schreibt folgende Organisationen an: HWK, IHK, Netzwerk Re-Use Deutschland
  •  Frau Mayer schreibt Stefanie Scholz vom DIN-Verbraucherrat an bzgl. Verbraucherverbänden, Janine Korduan (BUND, KU-FBR 2), Frau Dihlmann (KU-FBR 1) sowie Thomas Meyer (Knorr Bremse), Fachvereinigung Edelmetalle (Dr. Timo Mützel (doduco) und Dr. Michael Huber (agosi))
  •  Herr Ebelt fragt bei Frau Salzmann nach wer ihre Nachfolge beim Verbraucherverband ist

Aktionen aus 2. Sitzung am 03.02.2026:

  •  Projektergebnisse extrahieren aus WeWaWi-Projekt für Beispiel Elektogeräte bis Ende Februar 2026 (Herr Ebelt und Herr Dworak)
  •  Prozessplanung zur Vorbereitung der Wiederverwendung - Scope konkretisieren bis Ende Februar 2026 (Herr Ebelt)
  •  Input zu Fragen unten geben bis Ende Februar 2026 (alle)
  •  Terminumfrage für Webkonferenz im April 2026 - Terminvorschläge: 14.-16.4. oder 21.-23.4. (KU-Geschäftsstelle)
  •  Umfrage zur Kommentierung des Normungsantrags starten (KU-Geschäftsstelle)

Hintergrundinformationen:

Die Normung soll sich mit der Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung beschäftigen und einen Beitrag zur Abfallvermeidung2 und Verringerung des Materialeinsatzes und somit zur Stabilisierung sowie Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft leisten.

Die Frage, wie Umweltauswirkungen quantifiziert werden, soll weit gefasst werden, da viele Handlungen, die im Bewusstsein des grundsätzlichen Ziels vorgenommen werden, im Einzelnen zu kleineren positiven Effekten beitragen können, auch wenn sie nicht direkt zuordenbar sind. Zu den grundsätzlichen Effekten, die einen positiven Einfluss auf Umweltauswirkungen haben, zählt zweifelsfrei die Wiederverwendung, selbst wenn in gewissen Fällen ein gegenteiliger Effekt erreicht wird, ohne jedoch die Gesamtbilanz ins Negative zu drehen.

Es ist schwierig, Effekte nachzuweisen und zu berechnen, die zur Abfallvermeidung zugerechnet werden. Wie kann etwas beziffert werden, was vermieden wurde ? Bei der Neukonstruktion von Produkten lässt sich das noch nachweisen, je weiter sich der Prozess vom Ursprung entfernt, desto größer wird die Unsicherheit, wie hoch das Vermeidungspotential ist. Auf der anderen Seite kann mit ‚Abfallvermeidung‘ gemeint sein, ein Produkt nicht ‚vorzeitig‘ zu Abfall werden zu lassen, wenn es länger genutzt wird. Möglicherweise bedeutet Abfallvermeidung auch, wenn die vom Hersteller berechnete Lebensdauer bei Neukonstruktionen von Produkten nun nicht mehr 10 Jahre, sondern 16 Jahre beträgt und die Abfallvermeidung durch das Nachfolge-Produkt dann 6 Jahre gewonnen hat ?

Zu den unmittelbaren Umweltauswirkungen zählt die Verringerung von Materialeinsatz, zumindest bei der Herstellung von Produkten, bei denen weniger Material benötigt wird. Es tun sich dabei weitere Alternativen auf, die Gesamtbilanz darf nicht negativ werden. Wird lediglich durch bessere optimierte Konstruktion ein Produkt mit weniger Material gefertigt, ohne die Lebensdauer zu verkürzen oder andere Einschränkungen zu haben, ist die Umweltbilanz positiv. Werden jedoch andere Materialien verwendet, die unter anderen Umständen gewonnen werden, kommt es darauf an, wie deren Umweltbilanz sich rechnet. Wird weniger Material benötigt, die Gewinnung des Materials jedoch kosten- oder umweltaufwendiger, ist die Gesamtbilanz negativ und hat somit seinen Nutzen für die Umweltauswirkungen verfehlt. In derartigen Fällen ist die Gesamtsituation zu betrachten, selbst wenn es für ein einzelnes Produkt nur um einen Ausschnitt des Ganzen geht.

Umweltauswirkungen entstehen immer in der Interaktion von Handlungen. Um Produkte zu verwenden, müssen sie zuerst hergestellt werden. Die meist beste Alternative ist dann, diese so lang wie möglich zu verwenden, d.h., solange das Produkt seinen Dienst versieht, keine gravierenden technischen Bedingungen dagegensprechen und die Umgebungsbedingungen akzeptiert werden. Dabei spielt die Lebensdauer eines Produktes die entscheidende Rolle: a) sie kann durch Hilfsmaßnahmen wie Reparaturen, etc. verlängert werden, oder b) die Art der Technik des Produktes noch verwendet wird (CD- / DVD-Player) oder c) ein Verbrauch durch ein Produkt nicht kontraproduktiv ist (erhöhter Strom- / Kraftstoffverbrauch bei alten Produkten). Da ein Produkt nicht nur einen Nutzer haben muss, sondern viele Nutzer haben soll (entweder gleichzeitig oder nacheinander), muss es weitergegeben werden. Die Kreislaufwirtschaft bemüht sich, dieses Prinzip zu verwirklichen, auf langlebige und werthaltige Produkte zu übertragen und auf möglichst viele Produkte anzuwenden.

Eine Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung kann nur gelingen, wenn belastbare, d.h., möglichst genaue Zahlen vorliegen, Schätzungen sind nicht hilfreich und können ein grobes Zerrbild der Wirklichkeit vermitteln.

Zentrale Elemente sind eine umfassende Quantifizierungsmethodik und ein Planungsinstrument, die durch entsprechende Modellierung, Darstellung und Verwendung realistischer Daten und Formeln gestützt werden. Dazu sind praxisnahe Daten systematisch zu erheben und anzuwenden. Die zu beschreibende Anleitung soll Hinweise geben, wie Daten von Herstellern, Handel, Verbrauchern sowie Wertstoffhöfen und Aufarbeitern generiert und zur automatisierten Verwendung verarbeitet werden können.

Als Ergebnis sollen Fragen vielfältigster Art beantwortet werden, die sich mit den vorliegenden Daten beantworten lassen. Z.B. könnten Aussagen belastbar vorgenommen werden zu

a) wieviel CO2 ließe sich einsparen, wenn Y% mehr Gerätemotoren aus Weißer Ware für die Wiederverwendung zur Verfügung stehen würden,

b) welche Kosten würde das Wiederverwenden von Y% mehr Gerätemotoren aus Weißer Ware bei der Herstellung bzw. Instandsetzung von Geräten verursachen,

c) welchen wirtschaftlichen Erfolg hätte das Wiederverwenden von Y% mehr Gerätemotoren aus Weißer Ware für neue Wirtschaftszweige bzw. die Verbraucherpreise, oder schlicht

d) wie viele gebrauchte Geräte aus Weißer Ware wurden im Jahr W verkauft ?

Bestehende Normen zur Erhebung von Umweltdaten und die Herangehensweise z.B. des IEC/TR 62635 Guidelines for end-of-life information provided by manufacturers and recyclers and for recyclability rate calculation of electrical and electronic equipment sollen einbezogen und verwendet werden.

TO DOs:

  1. Alle sind gebeten in der MS Umfrage anzugeben, ob Interesse an einer Mitarbeit an diesem Normungsvorhaben besteht und welche weiteren Stakeholder kontaktiert werden sollten, für die das Projekt interessant sein könnte. Die Auswertung der Umfrage wird am 03.02.2026 gezeigt.
  2. Um ein erstes Meinungsbild zu bekommen, sind alle Interessierten gebeten bis 20.1.2026 den 1. Aufschlag für eine Einleitung und Scope zu lesen und zu kommentieren.

Hinweis: Inhalte kommentieren Sie, indem Sie mit der Maus über die entsprechende Textpassage gehen. Hier erscheint eine Blase mit ‚Add inline comment‘. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die KU-Geschäftsstelle (annekatrin.mayer@din.de).


Beschreiben Sie bitte kurz Ihren Vorschlag

Arbeitstitel: 

„Wiederverwendung von Produkten & Teilen - Methode zur Datenerhebung, -verwaltung & Quantifizierung der Minderung von Umweltauswirkungen (durch Abfallvermeidung)“Umweltauswirkungen“

Einleitung

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt die Abfallhierarchie aus der europäischen Abfallrahmenrichtlinie national um. In § 6 des KrWG bildet die Abfallvermeidung die erste Stufe der fünfstufigen Abfallhierarchie, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, der sonstigen Verwertung und der Beseitigung. Auf Grundlage des Artikel 29 der europäischen Abfallrahmenrichtlinie sowie § 33 des KrWG wurde auch in Deutschland ein Abfallvermeidungsprogramm erstellt, welches im Jahr 2019 erstmals überprüft und die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogrammes im Januar 2021 veröffentlicht wurde. Die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogrammes fokussierte sich auf konkrete Abfallströme wie beispielsweise Einwegprodukte, Verpackungen, Lebensmittel, Elektrogeräte und Bekleidung sowie auf Vermeidungsansätze und -konzepte für die öffentliche Beschaffung, der Reparatur/Wiederverwendung und der Förderung von Produkt-Dienstleistungs-Systemen.

Die Kreislaufwirtschaft ist das erklärte Ziel aller beteiligten Akteure. Dabei macht es einen Unterschied, was im Kreis geführt wird: Produkte oder Materialien der Produkte, die zu Ressourcen geworden sind (Sekundärrohstoffe). Letztendlich sind es immer Produkte oder Produktteile, Sekundärrohstoffe Materialien, die wiederverwendet , wenn es nicht mehr anders geht, entsorgt werden müssen. Bevor jedoch diese Maßnahmen greifen dürfendie letzte Stufe eintritt, muss die Vermeidung, die Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung für die Kreislaufwirtschaft die volle Wirkung entfalten. Um den Prozess zur Vorbereitung zur Wiederverwendung und damit zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, ist es notwendig, Methoden und Verfahren zu entwickeln, die darstellen und zeigen, an welchen Stellen es des Kreislaufwirtschaftsprozesseses sich lohnt, Maßnahmen anzusetzen.

Mit dem vorliegenden Leitfaden sollen Hinweise gegeben werden, mit welchen Methoden Daten erhoben bzw. verwendet und wie diese Informationen in einem geeigneten Datenmanagement verwaltet werden, wie um sie ausgewertet und dargestellt werden können und welche Ergebnisse zu welchen begründeten automatisiert auswerten und darstellen zu können, damit Ergebnisse gefunden werden, die zu begründeten Maßnahmen führen sollen. In den Blickpunkten liegen

  • Welche Produkte bzw. Teile von Produkten liegen in welchen Mengen wo vor
  • Wie werden Gruppierungen vorgenommen, die (statistisch) vergleichbar sind
  • Welche Daten sind über diese Produktgruppen vorhanden und können berechnet werden
  • Welche Auswertungen und Ergebnissefür eine Entscheidungshilfe lassen sich mit den vorliegenden Daten berechnen
  • Welche Maßnahmen und Verfahren lassen sich aus den Erkenntnissen ableiten und umsetzen, um umweltrelevant bzw. wirtschaftlich zu sein
  • Welche Schnittstellen gibt es zu Digitalem Produktpass und zu Methoden der KI

Die vornehmliche Sicht ist auf den Punkt Umweltauswirkungen und die Vermeidung von Belastungen für Umwelt und Mensch gerichtet. Welche Maßnahmen können bei Produktion, Verwendung, Wiederverwendung und Entsorgung dazu beitragen, schonender, optimierter bzw. umsichtiger die Ressourcen einzusetzen, damit alle einen Gewinn aus einer Neuproduktion oder der Aufarbeitung und Wiederverwendung ziehen können. Das Hauptgewicht dieses Leitfadens liegt auf der Wiederverwendung dem Datenmanagement, das dazu befähigt, belastbare Aussagen über die Wiederverwendung von Produkten, Teile von Produkten bzw. zu Abfall gewordene Produkte und deren Teile oder Bestandteile, die es wieder in den Status ‚Produkt‘ geschafft möchten haben.

Scope / Geltungsbereich

In diesem Leitfaden

geschafft haben, zu treffen.


Scope

Die vornehmliche Sicht dieser Norm soll auf den Punkt Umweltauswirkungen und die Vermeidung von Belastungen für Umwelt und Mensch gerichtet werden. Nebeneffekt sind wirtschaftliche Aussagen, da nur selbsttragende Konzepte langfristig den besten Erfolg garantieren. Welche Maßnahmen können bei Produktion, Verwendung, Wiederverwendung und Entsorgung dazu beitragen, schonender, optimierter bzw. umsichtiger die Ressourcen einzusetzen, damit alle einen Gewinn aus einer Neuproduktion oder der Aufarbeitung und Wiederverwendung ziehen können und die Sicht auf die Gesamtbilanz verbessert, mindestens positiv bleibt.

Das Hauptgewicht dieser Norm liegt auf Datenmanagement und -auswertung, das dazu befähigt, belastbare Aussagen über die Wiederverwendung von Produkten, Teile von Produkten bzw. zu Abfall gewordene Produkte und deren Teile oder Bestandteile zu treffen. Für die Methodik ist es nicht erheblich, ob ein Gerät den Status ‚Produkt‘ oder ‚Abfall‘ hat – der in einem Gerät enthaltene gebundene Anteil an CO2, kWh, Arbeitsstunden, Materialwert, Kosten & Erlöse, etc. macht dafür keinen Unterschied.

In dieser Norm werden Methoden zur Datenerhebung und Verfahren zur Datenauswertung

dargestellt

und Darstellung ausgearbeitet, die allen handelnden Akteuren in einer Kreislaufwirtschaft erlauben zu erkennen, wo welche Handlungen notwendig sind

, um die

Datenerhebung zu den Potentialen

Aktivitäten zur Hebung der Potentiale der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung zu verbessern und deren Umweltauswirkungen zu quantifizieren. Die Verantwortlichen bei Hersteller und Handel erhalten ein Hilfsmittel, um

Proaktiv

proaktiv zur Planung der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung sowie die Formulierung neuer Aufgaben in ihren Geschäftsmodellen

tätig werden

aufnehmen zu können. Die Entsorgungswirtschaft wird durch die Methoden ein Planungsinstrument für das effiziente Zerlegen und Rückgewinnen von Abfall, dessen Teilen und Materialien und deren Verwendung erhalten.

Im Verbände-Projekt WeWaWi (Weiße Ware Wiederverwenden) wurde ein Modell entwickelt, mit dem obengenannte Auswertungen und Beurteilungen möglich sind. Die Methode wurde KWR-Kreise genannt (Kreislauf-Wirtschaft-Rückführungs-Kreise) - diese verbindet zwei Tätigkeitsorte mit einer gerichteten Strecke miteinander, wo Geräte am ersten Ort z.B. gesammelt wurden und dann an einen zweiten Ort weitergeleitet werden. An der gerichteten Strecke wird z.B. die Anzahl der Geräte abgetragen, die z.B. in einem Jahr der Prozedur des ersten Ortes unterzogen werden. Die Verbindung der Tätigkeitsorte wird so lange vorgenommen, bis im Netzplan ein Kreis entstanden ist. Die folgende Abbildung zeigt einen kleinen verallgemeinerten KWR-Kreis einer Waschmaschine.

Image Added

Abbildung 1) KWR-Kreise einer Waschmaschine (Einzelbetrachtung)


In dieser Abbildung wird eine Waschmaschine bzw. Teile dieser Waschmaschine von ihrer Herstellung bis zu ihrer Entsorgung im Endlager in KWR-Kreisen durch verschiedene Stationen geführt. An den Pfeilen steht der jeweilige CO2-e-Wert, der für diese Strecke aufgewendet oder vergütet wird. Statt CO2-e können beliebig andere Werte angewendet werden, sofern diese realistisch vorhanden sind. In dieser Art und Weise können ebenfalls Meldungen von EBAs oder anderen Akteuren, die Meldungspflichtig sind, Angaben an das UBA oder das BMUKN geben, die auf diese Weise nachvollziehbar werden. Die KWR-Kreise können beliebig verfeinert werden, wenn bestimmte Stationen auf weitere Akteure oder Tätigkeiten aufgeteilt und mit Daten versehen werden können – gleiches, wenn Zusammenfassungen eine Aussage übersichtlich ermöglichen.

In diesem Dokument soll der Normenantrag für die Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung begründet werden. Im Folgenden sollen die dafür notwendigen Fragen beantwortet werden.

Warum wird diese Norm gebraucht?  

Wie bisher beschrieben, gibt es keine systematische Methode, ‚Kreislaufwirtschaft‘ darzustellen, zu bewerten, Handlungen dafür abzuleiten, oder für gestellte Ziele der Umwelt oder Wirtschaft nachvollziehbare Aussagen und Aktionen abzuleiten und herauszuarbeiten. Zum einen liegt das an den zwar vielfältigen vorhandenen Zahlen, die jedoch nicht in geeigneter Form für bestimmte Aussagen vorliegen, erst erhoben werden, umbewertet oder für den vorgesehenen Zweck neu bewertet werden müssen. Es liegen viele Datenbanken vor, die mit ihren eigenen Methoden Daten erhoben haben und nicht miteinander korrelieren. Soll für diese Datenbanken eine Vergleichbarkeit hergestellt werden, müssen rechnerisch Korrekturgrößen eingeführt werden. Mit diesen Korrekturgrößen werden jedoch neue Variablen in die Daten eingeführt, die sich im ersten Schritt von der Wirklichkeit entfernen. Alle Zahlen und Datenbanken, die sich von der Realität entfernen, sind nicht für belastbare Entscheidungen zu gebrauchen, da die große Gefahr besteht, falsche Entscheidungen aufgrund der Auswertungen zu fällen. Das Vorliegen der verschiedenen Zahlenwerke ist ein weiteres Problem, da in den meisten Fällen diese wegen des Urheberrechts oder anderer Gründe nicht verbunden oder zusammen genutzt werden dürfen. Die andere Alternative, Zahlenwerke erst selbst zu erstellen, kann ein sehr teures Unterfangen werden, je nachdem, welche Zahlen gewonnen werden sollen. Zahlenwerke zu verwenden, die von einer großen Anzahl von Anwendern verwendet werden, ist ebenfalls keine Garantie, dass diese Zahlenwerke korrekt sind, nur weil viele Anwender diese verwenden. In der üblichen Praxis begnügt man sich mit derartigen Methoden, im Bewusstsein, dass ein gewisser Fehler in den Zahlen vorhanden sein kann – diesen Fehler kalkuliert man ein, weiß jedoch nicht, wie groß dieser ist.

Müssen Bundesregierung, Landesregierung, Kommunen, Kreise oder Städte und Ortsverwaltungen Entscheidungen zu Themen mit Bezug zum Umweltschutz und (Kreislauf)Wirtschaft vornehmen, wäre es hilfreich, diese Entscheidungen mit realistischen Daten begründen zu können. Umso mehr besteht die Notwendigkeit, wenn die zu investierenden Summen größer werden und bei Fehlinvestitionen große Verluste anrichten können bzw. das gesteckte Ziel auch verspätet sichtbar nicht erreicht werden kann. Die gleichen Argumente gelten ebenso für Wirtschaftsunternehmen - Kreislaufwirtschaft muss ‚wirtschaftlich‘ Sinn machen, sonst ziehen die Unternehmen derartige Geschäftsmodelle nicht ins Kalkül.

Um diesen Fehlentscheidungen entgegenzuwirken, soll ein Modell weiterentwickelt werden, das bisher aus dem UBA Verbändeprojekt WeWaWi bekannt geworden ist unter dem Namen KWR-Kreise. Dieses Modell integriert alle Stationen und Aktionen von Produkten in einer ‚Kette‘ und verfolgt den Weg von der Entstehung bis zur Materialentsorgung. An den Stationen und Wegen können gemessene, berechnete oder erhobene Zahlenwerte angebracht werden. In der Art eines Netzplanes können Messwerte für die Stückzahl eins oder entsprechend viele festgehalten werden. Zu den Stationen werden Aktionen, also Tätigkeiten, die für oder mit den Produkten vorgenommen werden, dokumentiert. Eine einheitliche Datenverwaltung gleichartig erzeugter Daten ist wünschenswert, da zukünftig Datenauswertung immer öfter automatisiert vorgenommen werden wird. Die Vorbereitung des digitalen Produktpasses ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Auf der anderen Seite ist die in der IT-Technik in den letzten Jahren stark vorangetriebene ‚KI‘, die befähigt werden soll, Daten selbständig zu finden und zu analysieren. Dafür notwendig ist ein Datenmanagement, das von gleichartigen Daten ausgehen muss. Als letzte Schnittstelle für den Menschen müssen Darstellungen und Auswertungen erzeugt werden, die Massen an Zahlen geeignet zusammenfassen können und der Mensch mit den Aggregationen eine aussagefähige Bewertung ableiten kann.

Nach diesen Vorbereitungen können mit Hilfe geeigneter Darstellungen und Auswertungen die gewünschten Fragestellungen beantwortet werden. Wenn in diesem Gesamtdatenmodell realistische Daten vorliegen oder bestimmte Daten nicht vorliegen – auch nicht vorhandene Daten sind eine Information, die bewertet werden kann – sind belastbare und nachvollziehbare Aussagen möglich, die zu Entscheidungen kommen, die evtl. ohne diese Überprüfungen anders ausgefallen wären.

Mit dieser Norm soll eine Anleitung geschaffen werden, die die Möglichkeit bietet, verlässliche Entscheidungen anhand von realistischen Daten mit brauchbaren Darstellungen und Auswertungen zu treffen.


Wer wird diese Norm voraussichtlich anwenden (z. B. Anwendungsbereich)? 

Im Blickfeld liegen kommunale Entscheidungsträger und Akteure aus der (Wiederverwendungs) Wirtschaft als auch aus der Abfallwirtschaft. Die öffentliche Hand hat auf den Umweltschutz zu achten, wenn Vorgaben bzw. Gesetze überarbeitet oder neu geschrieben werden. Zwar werden in vielen Fällen Gutachten eingeholt, jedoch werden diese in heutiger Zeit jedes Mal angezweifelt oder gar der Klageweg eingeschlagen. Das führt zu erheblicher Zeitverzögerung. Somit sind gewisse Effekte oder Veränderungen, die im guten Glauben veranlasst wurden, auf Jahre nicht umsetzbar.

Wenn bei diesen Entscheidungen belastbare Datenuntersuchungen vorausgegangen wären, könnten nachvollziehbare Erklärungen gegeben werden. Entweder müssten beabsichtigte Vorhaben verändert oder eingestellt werden, wenn die Auswertungen zeigen, dass sich keine oder negative Entwicklungen für die Umwelt ergeben würden. Bestenfalls werden Gerichtsprozesse entweder nicht angestrebt oder sehr verkürzt stattfinden und Vorhaben könnten in beabsichtigter Art und Weise zu den vorgesehenen Zeitpunkten starten. Als Beispiel soll die Erweiterung der Sammlung von Kleinelektrogeräten angeführt werden, die in Fachkreisen skeptisch gesehen wird. Hat die Umwelt hier einen Nutzen oder wirkt die Maßnahme negativ ? Die zweite Frage lautet, ist die Sammlung wirtschaftlich durchführbar oder möchte kein Unternehmen dort einsteigen und ein Geschäftsmodell umsetzen ? (…wobei sich diese Frage momentan selbst beantwortet hat, da es kein Unternehmen gibt, was Aufgrund der Sammlung von Elektrokleingeräten eine Unternehmung gegründet hat).

Der zweite Ansprechpartner für die Norm sind Wirtschaftsunternehmen, die im Bereich der Kreislaufwirtschaft tätig werden wollen. In vielen Fällen liegt die Schlagkraft eines Unternehmens jedoch darin, in Nischenmärkte erfolgreich zu sein, weil verlässliche Daten ansonsten nicht erhältlich und Akteure in diesem Bereich nicht sichtbar oder scheinbar übermächtig sind. Die momentan eingefahrenen Wege werden von niemandem verlassen bzw. kein Unternehmen wagt das Eindringen mit neuen Geschäftsideen, weil der Bereich zu stark gesetzlich geregelt ist. Würden KWR-Kreise mit vorhandenen Daten aufgefüllt oder untersucht werden, könnten möglicherweise Daten erzeugt werden, die dringend auf eine Änderung einiger Systemzweige hindeuten. So könnte die Analyse und Auswertung auf den Fakt stoßen, dass Sammelbehälter in Form von 30m³-Containern nicht die Kreislaufwirtschaft beschleunigt. Andere Sammelbehälter müssten gefunden und für eine brauchbare Wirtschaftstätigkeit verwendet werden. Aus dem KWR-Modell könnte auch analysiert werden, wieviel Erlöse mit anderen Transportbehältern voraussichtlich erzeugt werden könnten.

Der Bereich der Abfallwirtschaft soll nicht vergessen werden. Auch hier können KWR-Kreise dazu beitragen, eine ‚Kreislaufwirtschaft‘ in Gang zu bringen. Tatsache ist, dass früher oder später jedes Produkt als Abfall hier ‚ankommt‘. Somit ist in diesem Bereich die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erzeugen, am größten. Jedoch fehlt es an nötigen Entscheidungen und Zutrauen, dass neue Geschäftsmodelle gelingen könnten. Zum einen wird in verwandte Geschäftsmodelle nicht investiert, weil die Gesetzeslage nicht verlässlich ist und wirtschaftliche Tätigkeit verhindert. Mit KWR-Kreisen kann dieses Potential herausgearbeitet werden und neben den Auswertungen Empfehlungen an den Gesetzgeber unterstützen, bestimmte Regeln abzuschaffen oder der Kreislaufwirtschaft zuliebe zu verändern. Beispiele gibt es sehr viele (Separationsverbot, Herstellersammelsysteme außerhalb einer örE, Zeitpunkt der Abfallwerdung, sprich, wann darf ein ‚Produkt‘ gehandelt werden, etc.). Gezielte KWR-Analysen können hier Sicherheit geben und Investoren einen tieferen und lohnenden Blick verschaffen.


Welche öffentlichen Interessen sind von der Norm voraussichtlich betroffen (z. B. Sicherheit, Verbraucherschutz, Interoperabilität, Nachhaltigkeit)? Konkrete Vorschläge (z. B. Verbände)  

Das stärkste Argument ist die Nachhaltigkeit. Der Schutz der Umwelt ist der Kreislaufwirtschaft auf die Fahne geschrieben. Daher ist es so wichtig, die Kreislaufwirtschaft massiv in Gang zu bringen. Diese schwierige Aufgabe muss selbstverständlich von dem Konsumenten angenommen werden. Ist er nicht bereit, kann auch ein KWR-Kreis nicht zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Durch die Analyse von strategischen Zahlenannahmen können jedoch Ziele abgeleitet werden, die sich Landes- oder Bundesverwaltung stellen können. Bei ersten KWR-Kreis-Analysen wurden im WeWaWi-Projektbericht Berechnungen vorgestellt, die mit einer Lebensdauerverlängerung den Nutzen von Verbrauchern und Umwelt dargestellt haben, somit auch eine Form des Verbraucherschutzes. Bei anderen KWR-Kreis-Analysen wurde berechnet, dass eine Reduktion der Anzahl von Neuprodukten die Menge an CO2-e wesentlich reduzieren kann, wenn gebrauchte Waschmaschinen länger verwendet werden (müssen).

Von einer Interoperabilität im Bereich Kreislaufwirtschaft ist zu sprechen, wenn Hersteller und Abfallwirtschaft miteinander ausgiebig kommunizieren und Daten austauschen. Das ist bisher nicht zu beobachten. Weder der eine Bereich noch der andere Bereich bemüht sich oder unternimmt Anstrengungen, die beiden helfen könnten. Mit Hilfe von KWR-Kreisen könnte beiden Akteuren dargestellt werden, welche Mengen (Abfallwirtschaft) an Altgeräten bei der Abfallwirtschaft vorhanden sind, bzw. welche Mengen (Produktion) an Neugeräten von den Herstellern in den Markt verkauft werden. Die Abfallwirtschaft könnte mit Hilfe der entsprechenden KWR-Kreise den Herstellern mitteilen, bei welchen Akteuren bestimmte Geräte welche Fehler aufweisen; Vorteil Hersteller: Geräte könnten verbessert bzw. längerlebig produziert werden. Gleichfalls kann dieser KWR-Kreis aufzeigen, welche Teile von Produkten zu erhalten sind; Vorteil Abfallwirtschaft: Geräte können gezielt demontiert, Teile entnommen werden.

Die Abfallwirtschaft oder neue Unternehmen in diesem Bereich könnten mit geeigneten Datenanalysen die Entscheidung fällen, in neue Geschäftszweige zu investieren und einzusteigen, die den Verbraucher oder Reparateur mit Ersatzteilen versorgen oder gar Reparaturen vornehmen. Bei Investitionen verlangen Banken in einem Businessmodell fundierte Zahlenwerke, wozu KWR-Kreis-Analysen beitragen können.

Eine Kommunikation zwischen Verbraucher und Hersteller bzw. öffentliche Verwaltung als steuernde Größe sollte erheblich gesteigert werden. Kommunikation heißt nicht im klassischen Sinne ‚Werbung‘ oder ‚Aufklärung‘ – diese belehrende Art sollte nur noch in Schulen bei kleinsten Kindern ab Kindergarten bis hin zur Berufsschule oder Studium geschehen. Ein selbstbewusster Bürger oder Bürgerin erwartet in den heutigen datenüberfluteten Zeiten fundierte Argumente, die anhand von realistischen Untersuchungen bzw. Analysen ‚richtige‘ Aussagen machen. Erstaunlicherweise hat der Bürger / Bürgerin ein ‚Gefühl‘, ob gewisse Dinge zutreffen können oder nicht. Diese werden entweder durch ‚Beweise‘ bestätigt oder widerlegt. Skeptiker benötigen nachvollziehbare Beweise, die KWR-Analysen erbringen können.


Wer sollte Ihrer Meinung nach in die Entwicklung der Norm einbezogen werden (z.B. Anwender, Hersteller, öffentliche Hand, Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft usw.) ?

Wie schon angedeutet, sind alle Akteure aus dem Hersteller- sowie Abfallbereich und der öffentlichen Verwaltung zu interessieren. Hersteller, weil diese aus KWR-Kreisen Informationen und Daten zu ihren Geräten und Produkten erhalten, sobald diese auf dem Markt verkauft sind und vom Verbraucher auch durch andere Hände gehen (Händler, Reparateure, Transporteure, Ex- / Import, etc.).

Die Abfallwirtschaft, da diese die schwierige Aufgabe zu erfüllen hat, möglichst unbemerkt Geräte zu entsorgen, zumindest kostengünstig. Bei dem aktuellen Konzept sind von vornherein weitere Konzepte / Geschäftsmodelle ausgeschlossen, die evtl. besser wirken würden. Wenn ein KWR-Kreis ergeben hat, dass eine vorhandene große Menge an Geräten nicht zur VzW gelangt, könnte mit einem Planspiel eine Variante eines KWR-Kreises zeigen, dass mit Zuschüssen aus den Abfallgebühren die Quote der wiederverwendeten Geräte erheblich erhöht werden könnte und die Abfallwirtschaftsbetriebe für diese Tätigkeiten bezahlt würden.

Vorhandene Wirtschaftsbetriebe oder neu entstehende Unternehmen könnten sich für das Modell KWR-Kreise interessieren, um zu testen, ob ein gedachtes oder angenommenes Geschäftsmodell funktionieren würde, was weitere Einflüsse natürlich nicht beachtet. Hersteller können an gewissen KWR-Kreisen interessiert sein, um herauszufinden, welche Wege ihre Geräte überhaupt gehen. Es gibt bisher keine grundsätzliche Untersuchung, die darlegt, welche Akteure mit welchen Produkten in Berührung kommen. Es gibt einzelne Betrachtungen und Statistiken, die jedoch eine andere Datenbasis haben und eine andere Aufgabe, somit nicht für die Betrachtungen für einen KWR-Kreis geeignet sind.

Grundsätzlich sind alle Akteure der Hersteller und der Kreislaufwirtschaft für diese Norm anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen. Die entsprechenden Verbände wären BDE, BDI, ZVEI, ZDH, HKI, VDMA, BGA, BVE, IHK.

Kennen Sie Personen, Unternehmen oder Organisationen, die bereits Unterstützung für die Norm zugesagt haben?

Stefan Ebelt

ReUse e. V.

Fried Schütze

DIN-Verbraucherrat

Christian Dworak

BSH Hausgeräte

Henning Graman

DIN-Normenstelle Schiffs- und Meerestechnik (NSMT)

Alisha Marquardt

Incycle Wert.Stoff.Management

Thomas Müller-Kirschbaum

Circular Valley Stiftung

Oliver Sodtke

Bundesverband Tischler, Schreiner

Tobias A. Zorn

Fabriktester.de

Marie Fechner

Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg

Abteilung 5 Referat für Abfallwirtschaft, Rechtsangelegenheiten


Kennen Sie Normen, andere bestehende Regelwerke (z. B. Unternehmensrichtlinien, technische Regelwerke), relevante wissenschaftliche Publikationen oder Patente, die auf diesem Gebiet bereits Informationen enthalten? TO DO alle

Aus Kommentar von Herrn Dickmann:

Im IEC TC 111 (https://www.iec.ch/dyn/www/f?p=103:7:::::FSP_ORG_ID:1314) sind u.a. Normen entwickelt worden, die sich mit "Product Category Rules (PCR)" sowie "Product Specific Rules (PSR)" beschäftigten, diese Ansätze könnten hier interessant sein (https://www.iec.ch/dyn/www/f?p=103:14:516107457730258::::FSP_ORG_ID,FSP_LANG_ID:27322,25)

Ein PCR ist ein Regelwerk für eine gesamte Produktkategorie, das festlegt, wie Umweltdeklarationen (EPDs) nach ISO 14025 Typ III zu erstellen sind. Es definiert u. a. Systemgrenzen, funktionale Einheiten, Datengrundlagen und Methodik der Lebenszyklusanalyse.
Zweck:
Sichert die Vergleichbarkeit von EPDs innerhalb derselben Produktkategorie.

Beispiele:
EN 15804 für Bauprodukte
IEC 63366 für elektrotechnische Produkte

Ein PSR ist eine spezifische Ergänzung zu einem PCR, zugeschnitten auf eine bestimmte Produktfamilie oder ein eng umrissenes Produktsegment. PSRs verfeinern die PCR‑Vorgaben und fügen produktspezifische Anforderungen, Modellierungsregeln oder Datensätze hinzu.
Zweck:
Präzisiert die Methodik für konkrete Produktarten, damit ihre EPDs fachlich korrekt und noch genauer vergleichbar sind.
Stellt sicher, dass Besonderheiten einzelner Produkte angemessen berücksichtigt werden.
Beispiel:
IEC TS 63058 ED1.0 für Niederspannungs‑Schaltgeräte

Da im Rahmen der EPD- und DPP-Entwicklungen schon Strukturen entwickelt oder vorhanden sind, sollten diese auch genutzt und weiterentwickelt werden. Eine enge Abstimmung mit den deutschen und internationalen Kollegen, die in diesen Bereichen arbeiten, würde ich sehr begrüßen. Da der DPP der EU so angelegt ist, dass er Teilmodelle der Verwaltungsschale (AAS) der IDTA aufnehmen und verwenden kann (https://industrialdigitaltwin.org/content-hub/teilmodelle), sollte dies in diesem Projekt ebenfalls erwogen werden.

Als unterste Ebene braucht man Semantic Dictionaries wie ECLASS (https://eclass.eu/) oder die IEC CDD (https://cdd.iec.ch), die für die ganzen Beschreibungen die notwendige Semantik (Bedeutung) in Form von Klassen, Blöcken, Merkmalen und Werten liefern.