Hintergrundinformationen:

Der Leitfaden soll sich mit der Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung beschäftigen und einen Beitrag zur Abfallvermeidung und Verringerung des Materialeinsatzes und somit zur Stabilisierung sowie Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft leisten. Zentrales Element des Leitfadens ist eine umfassende Quantifizierungsmethodik, die durch entsprechende Darstellung und Verwendung realistischer Daten und Formeln gestützt wird, indem praxisnahe Daten systematisch erhoben bzw. verwendet werden. Der Leitfaden soll Hinweise geben, wie Daten von Verbrauchern und Wertstoffhöfen generiert werden können, und sich an der Herangehensweise des IEC/TR 62635 Guidelines for end-of-life information provided by manufacturers and recyclers and for recyclability rate calculation of electrical and electronic equipment orientieren, wobei besonderer Wert auf den Informationsaustausch zwischen Entsorgungswirtschaft und Händlern gelegt wird.

WebkonferenzZugangsdaten + TOErgebnisse / Dokumente
Di, 03.02.2026
(13-16h)

Einladung_zur_2._Sitzung

Tagesordnung 2. Sitzung

Di, 14.04.2026 oder
Mo, 20.04.2026

Terminumfrage bis 23.02.2026

tbdtbd

TO DOs:

  1. Alle sind gebeten in der MS Umfrage anzugeben, ob Interesse an einer Mitarbeit an diesem Normungsvorhaben besteht und welche weiteren Stakeholder kontaktiert werden sollten, für die das Projekt interessant sein könnte. Die nächste Auswertung der Umfrage wird auf der nächsten Webkonferenz gezeigt.
  2. Anfang März 2026 wird es eine 2. Kommentierungsrunde des Normungsantrags geben.

Hinweis: Inhalte kommentieren Sie, indem Sie mit der Maus über die entsprechende Textpassage gehen. Hier erscheint eine Blase mit ‚Add inline comment‘. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die KU-Geschäftsstelle (annekatrin.mayer@din.de).

AKTIONEN aus Vorbesprechung mit Herrn Ebelt, Herrn Prof. Seifert & Frau Mayer am 22.01.2026:

  • Herr Ebelt schreibt folgende Organisationen an: HWK, IHK, Netzwerk Re-Use Deutschland
  • Frau Mayer schreibt Stefanie Scholz vom DIN-Verbraucherrat an bzgl. Verbraucherverbänden, Janine Korduan (BUND, KU-FBR 2), Frau Dihlmann (KU-FBR 1) sowie Thomas Meyer (Knorr Bremse), Fachvereinigung Edelmetalle (Dr. Timo Mützel (doduco) und Dr. Michael Huber (agosi))
  • Herr Ebelt fragt bei Frau Salzmann nach wer ihre Nachfolge beim Verbraucherverband ist

Aktionen aus 2. Sitzung am 03.02.2026:

  • Projektergebnisse extrahieren aus WeWaWi-Projekt für Beispiel Elektogeräte bis Ende Februar 2026 (Herr Ebelt und Herr Dworak)
  • Prozessplanung zur Vorbereitung der Wiederverwendung - Scope konkretisieren bis Ende Februar 2026 (Herr Ebelt)
  • Input zu Fragen unten geben bis Ende Februar 2026 (alle)
  • Terminumfrage für Webkonferenz im April 2026 - Terminvorschläge: 14.-16.4. oder 21.-23.4. (KU-Geschäftsstelle)
  • Anfang März Umfrage zur Kommentierung des Normungsantrags starten (KU-Geschäftsstelle)

Beschreiben Sie bitte kurz Ihren Vorschlag


Arbeitstitel: 

„Wiederverwendung von Produkten & Teilen - Methode zur Datenerhebung, -verwaltung & Quantifizierung der Minderung von Umweltauswirkungen (durch Abfallvermeidung)


Einleitung

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt die Abfallhierarchie aus der europäischen Abfallrahmenrichtlinie national um. In § 6 des KrWG bildet die Abfallvermeidung die erste Stufe der fünfstufigen Abfallhierarchie, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, der sonstigen Verwertung und der Beseitigung. Auf Grundlage des Artikel 29 der europäischen Abfallrahmenrichtlinie sowie § 33 des KrWG wurde auch in Deutschland ein Abfallvermeidungsprogramm erstellt, welches im Jahr 2019 erstmals überprüft und die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogrammes im Januar 2021 veröffentlicht wurde. Die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogrammes fokussierte sich auf konkrete Abfallströme wie beispielsweise Einwegprodukte, Verpackungen, Lebensmittel, Elektrogeräte und Bekleidung sowie auf Vermeidungsansätze und -konzepte für die öffentliche Beschaffung, der Reparatur/Wiederverwendung und der Förderung von Produkt-Dienstleistungs-Systemen.

Die Kreislaufwirtschaft ist das erklärte Ziel aller beteiligten Akteure. Dabei macht es einen Unterschied, was im Kreis geführt wird: Produkte oder Materialien der Produkte, die zu Ressourcen geworden sind (Sekundärrohstoffe). Letztendlich sind es immer Produkte oder Produktteile, Sekundärrohstoffe Materialien, die wiederverwendet werden, wenn es nicht mehr anders geht, entsorgt werden müssen. Bevor jedoch diese Maßnahmen greifen dürfen letzte Stufe eintritt, muss die Vermeidung, die Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung für die Kreislaufwirtschaft die volle Wirkung entfalten. Um den Prozess zur Vorbereitung zur Wiederverwendung und damit zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, ist es notwendig, Methoden und Verfahren zu entwickeln, die darstellen und zeigen, an welchen Stellen des Kreislaufwirtschaftsprozesseses sich lohnt, Maßnahmen anzusetzen.

Mit dem vorliegenden Leitfaden sollen Hinweise gegeben werden, mit welchen Methoden Daten erhoben bzw. verwendet und wie diese Informationen in einem geeigneten Datenmanagement verwaltet werden, wie um sie automatisiert ausgewertent und dargestellten werden zu können, damit und welche Ergebnisse gefunden werden, die zu welchen begründeten Maßnahmen führen sollen. In den Blickpunkten liegen

  • Welche Produkte bzw. Teile von Produkten liegen in welchen Mengen wo vor
  • Wie werden Gruppierungen vorgenommen, die (statistisch) vergleichbar sind
  • Welche Daten sind über diese Produktgruppen vorhanden und können berechnet werden
  • Welche Auswertungen und Ergebnisse für eine Entscheidungshilfe lassen sich mit den vorliegenden Daten berechnen
  • Welche Maßnahmen und Verfahren lassen sich aus den Erkenntnissen ableiten und umsetzen, um umweltrelevant bzw. wirtschaftlich zu sein
  • Welche Schnittstellen gibt es zu Digitalem Produktpass und zu Methoden der KI

Die vornehmliche Sicht ist auf den Punkt Umweltauswirkungen und die Vermeidung von Belastungen für Umwelt und Mensch gerichtet. Welche Maßnahmen können bei Produktion, Verwendung, Wiederverwendung und Entsorgung dazu beitragen, schonender, optimierter bzw. umsichtiger die Ressourcen einzusetzen, damit alle einen Gewinn aus einer Neuproduktion oder der Aufarbeitung und Wiederverwendung ziehen können. Das Hauptgewicht dieses Leitfadens liegt auf dem Datenmanagement, das dazu befähigt, belastbare Aussagen über die der Wiederverwendung von Produkten, Teile von Produkten bzw. zu Abfall gewordene Produkte und deren Teile oder Bestandteile, die es wieder in den Status ‚Produkt‘ geschafft möchten haben, zu treffen.


Scope / Geltungsbereich

In diesem Leitfaden werden Methoden zur Datenerhebung und Verfahren zur Datenauswertung dargestellt, die allen handelnden Akteuren in einer Kreislaufwirtschaft erlauben zu erkennen, wo welche Handlungen notwendig sind – um die Datenerhebung und -verwaltung zu den Potentialen der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung zu verbessern und deren Umweltauswirkungen zu quantifizieren. Die Verantwortlichen bei Hersteller und Handel erhalten ein Hilfsmittel, um Proaktiv zur Planung der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung in ihren Geschäftsmodellen tätig werden zu können. Die Entsorgungswirtschaft wird durch die Methoden ein Planungsinstrument für das effiziente Zerlegen und Rückgewinnen von Teilen und Ressourcen erhalten.


Warum wird diese Norm gebraucht? 

Herr Ebelt 


Wer wird diese Norm voraussichtlich anwenden (z. B. Anwendungsbereich)?

Herr Ebelt


Welche öffentlichen Interessen sind von der Norm voraussichtlich betroffen (z. B. Sicherheit, Verbraucherschutz, Interoperabilität, Nachhaltigkeit)? 

Herr Schütze


Konkrete Vorschläge (z. B. Verbände) alle

BMUKN, BMWE, Ministerium für Digitalisierung, beim BAM anfragen, 

Seite der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie anschauen

Kreislaufstrategien NRW, Berlin, Bayern

ZVEI, Vorwerk (Herr Giegerich fragen, ob er jemand empfehlen kann), Braun, Clatronik (Herr Prof. Seifert), Dyson

Kennen Sie Personen, Unternehmen oder Organisationen, die bereits Unterstützung für die Norm zugesagt haben?

Stefan Ebelt

ReUse e. V.

Fried Schütze

DIN-Verbraucherrat

Christian Dworak

BSH Hausgeräte

Henning Graman

DIN-Normenstelle Schiffs- und Meerestechnik (NSMT)

Alisha Marquardt

Incycle Wert.Stoff.Management

Thomas Müller-Kirschbaum

Circular Valley Stiftung

Oliver Sodtke

Bundesverband Tischler, Schreiner

Tobias A. Zorn






Kennen Sie Normen, andere bestehende Regelwerke (z. B. Unternehmensrichtlinien, technische Regelwerke), relevante wissenschaftliche Publikationen oder Patente, die auf diesem Gebiet bereits Informationen enthalten? 





  • No labels

2 Comments

  1. Hartwig Lohse

    Das Normungsvorhaben ist grundsätzlich zu unterstützen. Jedoch stellt es sich mir als äußerst komplex dar, soll es doch, was ebenfalls zu begrüßen ist die gesamte Bandbreite von der Produktion, beginnend mit der Konstruktion über Verwendung zur Wiederverwendung (zumindest z.T. durch Reparatur) und letztendlich zur Entsorgung umfassen. Somit sind natürlich auch die Art der potentiell zu ermittelten Daten äußerst heterogen, was noch durch die Diversität der in der Einleitung genannten Produktgruppen (Einwegprodukte, Verpackungen, Lebensmittel, Elektrogeräte und Bekleidung), sowohl innerhalb einer Produktgruppe als auch zwischen den Produktgruppen verstärkt wird. Auf jeden Fall fehlt im Scope eine entsprechender Hinweis auf welche Produktgruppen sich der Leitfaden fokussiert.

    Mir fällt es schwer zu sehen wie diese Vielfalt von potentiell relevanten Daten und Verfahren zu deren Ermittlung in einem Leitfaden durch eine, hinsichtlich Arbeitsfähigkeit begrenzten Anzahl von Experten adäquat berücksichtigt werden kann. Es werden Experten für jeden der o.g. Abschnitte des Lebenszyklus von Produkten aus den ebenfalls o.g. Produktgruppen benötigt. Vielleicht wäre es ein Weg in einem ersten Schritt sich für jede Produktgruppe, für die einzelnen Lebensabschnitte Gedanken zu machen, um das dann später zu einem Ganzen zusammenzufügen.

    Dabei darf, insbesondere bei langlebigen Produkten das Ziel einer Abfallvermeidung nicht über alle anderen Ziele der Kreislaufwirtschaft in Gestalt der R-Strategien gestellt werden. 

    Zusammenfassend gesagt, habe ich Interesse an einer Mitarbeit bei der Erstellung des Leitfadens, jedoch fehlt mir für  die Entscheidungsfindung eine genauere Beschreibung dessen was erreicht werden soll; der Scope  sagt Alles aber auch Nichts.



  2. Klaus Dickmann

    Dem Kommentar von Herrn Lohse (vom 16.1.26) kann ich mich nur anschließen. Aus meiner Sicht ist eine Strukturierung entlang der Normungsroadmap für die "Circular Economy" sinnvoll (Ausgenommen die Punkte: Bauwerke und Kommunen sowie Digitalisierung/Geschäftsmodelle/Management):

    • Elektrotechnik und IKT
    • Batterien
    • Verpackungen
    • Kunststoffe
    • Textilien

    Im IEC TC 111 (https://www.iec.ch/dyn/www/f?p=103:7:::::FSP_ORG_ID:1314) sind u.a. Normen entwickelt worden, die sich mit "Product Category Rules (PCR)" sowie "Product Specific Rules (PSR)" beschäftigten, diese Ansätze könnten hier interessant sein (https://www.iec.ch/dyn/www/f?p=103:14:516107457730258::::FSP_ORG_ID,FSP_LANG_ID:27322,25)

    Ein PCR ist ein Regelwerk für eine gesamte Produktkategorie, das festlegt, wie Umweltdeklarationen (EPDs) nach ISO 14025 Typ III zu erstellen sind. Es definiert u. a. Systemgrenzen, funktionale Einheiten, Datengrundlagen und Methodik der Lebenszyklusanalyse.
    Zweck:
    Sichert die Vergleichbarkeit von EPDs innerhalb derselben Produktkategorie.
    Stellt sicher, dass alle Hersteller dieselben Regeln anwenden.
    Beispiele:
    EN 15804 für Bauprodukte
    IEC 63366 für elektrotechnische Produkte

    Ein PSR ist eine spezifische Ergänzung zu einem PCR, zugeschnitten auf eine bestimmte Produktfamilie oder ein eng umrissenes Produktsegment. PSRs verfeinern die PCR‑Vorgaben und fügen produktspezifische Anforderungen, Modellierungsregeln oder Datensätze hinzu.
    Zweck:
    Präzisiert die Methodik für konkrete Produktarten, damit ihre EPDs fachlich korrekt und noch genauer vergleichbar sind.
    Stellt sicher, dass Besonderheiten einzelner Produkte angemessen berücksichtigt werden.
    Beispiel:
    IEC TS 63058 ED1.0 für Niederspannungs‑Schaltgeräte


    Da im Rahmen der EPD und DPP Entwicklungen schon Strukturen entwickelt oder vorhanden sind, sollten diese auch genutzt und weiterentwickelt werden. Eine enge Abstimmung mit den deutschen und internationalen Kollegen, die in diesen Bereichen arbeiten würde ich sehr begrüßen. Da der DPP der EU so angelegt ist, dass er Teilmodelle der Verwaltungsschale (AAS) der IDTA aufnehmen und verwenden kann (https://industrialdigitaltwin.org/content-hub/teilmodelle), sollte dies in diesem Projekt ebenfalls erwogen werden.

    Als unterste Ebene braucht man Semantic Dictionaries wie ECLASS (https://eclass.eu/) oder die IEC CDD (https://cdd.iec.ch), die für die ganzen Beschreibungen die notwendige Semantik (Bedeutung) in Form von Klassen, Blöcken, Merkmalen und Werten liefern.

    Für den Leitfaden müssen die verschiedenen Stakeholder klar definiert und gegeneinander abgegrenzt werden. Um Zitat "Methoden zur Datenerhebung und Verfahren zur Datenauswertung" bereitzustellen, braucht es standardisierte Beschreibungen (Dictionaries) dies sich kategoriebezogen (PCR, PSR), für den gesamten Lifecycle (gemäß R-Strategien) erhoben und über ein gemeinsames Austauschformat (DPP, AAS) allen Beteiligten (Hersteller, Owner/Operator, (Zwischen-)Händler, Wartungsfirmen, Recyclern) zur Verfügung gestellt werden.

    Bitte auch Themen wie: Critical Raw Material Act (https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1252/oj/eng) oder EUDR European Deforestation Regulation (https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1115/oj/eng) mitbeachten.

    Danke für die Initiative!