Hintergrund und aktuelle Situation
Die Normungslandschaft im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich mit hoher Dynamik. Internationale, europäische und nationale Gremien erarbeiten eine Vielzahl neuer Normen, um die technologische, rechtliche und ethische Regulierung von KI-Systemen zu unterstützen.
Wichtige Normungsgremien und ihre Aufgaben
📌 Internationale Ebene
- ISO/IEC JTC 1/SC 42 "Artificial Intelligence" – Zentrales Gremium für internationale KI-Normen.
- IEEE Standards Association – Entwickelt u. a. IEEE P7001 für Transparenz autonomer Systeme.
- ITU (Internationale Fernmeldeunion) – Behandelt KI-Normen für Telekommunikation und digitale Infrastrukturen.
📌 Europäische Ebene
- CEN-CENELEC JTC 21 "Artificial Intelligence" – Entwickelt harmonisierte Normen für den EU AI Act.
- ETSI (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) – Fokussiert auf KI-Anwendungen im Bereich Telekommunikation und Mobilfunk.
📌 Nationale Ebene (Deutschland)
- DIN/DKE – Nationale Spiegelung der internationalen und europäischen Normungsprojekte.
- NA 043-01-42 GA "Künstliche Intelligenz" – Zentraler deutscher Ausschuss für KI-Normung.
Normung & der EU AI Act
📌 Normungsauftrag der Europäischen Kommission (2023):
- Erarbeitung harmonisierter Normen für den EU AI Act (z. B. zu Hochrisiko-KI und Transparenzpflichten).
- Nicht alle Anforderungen des EU AI Acts werden durch harmonisierte Normen adressiert – es gibt regulatorische Grauzonen.
📌 DIN-Projekt "KI-Tauglichkeit von Normen"
- Identifiziert KI-relevante Normen für Unternehmen und Forschung.
- Bisher ohne Lösung für lizenzrechtliche Herausforderungen bei maschineller Normenanalyse.
⚠ Herausforderung: Unternehmen brauchen KI-gestützte Normenanalyse, doch lizenzrechtliche Beschränkungen verhindern dies oft.
Herausforderungen der KI-Integration in bestehende Gremien
Eine zentrale Herausforderung in der deutschen Normungslandschaft ist die Wahrnehmung, dass Normungsinstitutionen wie DIN teilweise geschlossene Lösungen entwickeln, statt offene, kooperative Ansätze mit Anwendern zu verfolgen.
🔹 Dies führt oft zu Diskrepanzen zwischen praktischen Anforderungen und normativen Vorgaben, besonders im dynamischen Feld der KI-Technologien.
🔹 Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen fordern mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten, doch bestehende Strukturen erschweren den Zugang.
Der ANP-Hub will hier als Vermittler fungieren und einen strukturierten Dialog zwischen Anwendern und Normungsinstitutionen fördern.
📢 Neue Initiative: Arbeitsgruppe "Offene Normung & Kooperation"
- Vierteljährliche Dialogformate mit DIN und anderen Normungsinstitutionen.
- Nächste Veranstaltung: 🗓 15.04.2025 – Thema: "Agile Normungsprozesse für KI-Anwendungen".
- Anmeldungen über das Expertenforum.
Governance-Modelle für die KI-Integration in Normungsgremien
Für eine bessere Integration von KI-Expertise in bestehende Normungsprozesse sind angepasste Governance-Modelle erforderlich.
Mögliche Lösungsansätze
📌 1. Dedizierte KI-Arbeitsgruppen
- KI-spezifische Themen werden in eigenständigen Gruppen innerhalb der bestehenden Gremien behandelt.
- Vorteil: Fokussierung auf KI-Aspekte ohne Ablenkung durch andere Themen.
📌 2. Querschnittsgruppen & Koordinationsinstanzen
- Eine zentrale Instanz sorgt für die Abstimmung zwischen verschiedenen KI-Normungsinitiativen.
- Vorteil: Vermeidung von Doppelarbeit & Schaffung von Synergien.
📌 3. KI-Botschafter in Normungsgremien
- Experten mit KI-Fachwissen agieren als Schnittstelle zwischen KI-Community und Normungsstrukturen.
- Vorteil: Schnellere Wissensvermittlung & Integration neuer Trends.
📌 4. Hybride Governance-Strukturen
- Kombination aus zentralen Kompetenzzentren und dezentralen Fachgruppen.
- Vorteil: Flexibilität & schnelle Reaktion auf neue Herausforderungen.
📌 5. Agile Normung
- Iterative Prozesse mit kontinuierlichem Feedback & flexiblen Anpassungen.
- Vorteil: Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit auf technologische Veränderungen.
Beteiligungsmöglichkeiten für Experten & Organisationen
📌 Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung an der Normung:
✅ 1. Mitarbeit in Normungsgremien
- Unternehmen und Organisationen können ihre Experten in Ausschüsse entsenden.
✅ 2. Nutzung digitaler Kollaborationsplattformen
- DIN.ONE & CEN-CENELEC Collaboration Hub bieten digitale Beteiligungsmöglichkeiten.
✅ 3. Teilnahme an öffentlichen Konsultationsverfahren
- Einflussnahme auf Normungsentwürfe durch Stellungnahmen & Feedbackprozesse.
✅ 4. Vernetzung & Wissensaustausch
- Workshops, Fachveranstaltungen & Expertennetzwerke nutzen.
Community-Einbindung im ANP-Netzwerk
📌 Unsere Ansätze zur Community-Einbindung:
1️⃣ Expertenpools
- Aufbau eines KI-Experten-Netzwerks für gezielte Konsultationen durch Normungsgremien.
2️⃣ Kollaborative Plattform für Normungsprojekte
- Zentraler Austausch zu laufenden Normungsprojekten & relevanten Entwicklungen.
3️⃣ Best-Practice-Sharing & Peer-Learning
- Erfahrungsaustausch zwischen Organisationen zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit Normungsgremien.
4️⃣ Gemeinsame Positionsentwicklung
- Entwicklung von konsolidierten Stellungnahmen & Empfehlungen zu Normungsprozessen.
5️⃣ Workshops & Skill-Building-Programme
- Schulungen zu Normungsprozessen & effektiver Beteiligung.
Ressourcen & weiterführende Literatur
📖 EU AI Act (2024/1689) 🔗 EUR-Lex
📖 Deutsche Normungsroadmap KI (DIN) 🔗 Download
📖 ISO/IEC JTC 1/SC 42 "Artificial Intelligence" 🔗 ISO
📩 Fragen oder Interesse an der Beteiligung?
👉 Kontakt: schimmelpfennig@your-expert-cluster.de