Projekttitel: Entwicklung eines Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/heit“



deutscher Projekttitel
englischer Projekttitel



Ideengeber*in:


NameMalte Biss
Organisationflustix GmbH
AdresseKronprinzendamm 20 / 10711 Berlin
E-Mail (optional)m.biss@flustix.com
Telefon (optional)

01773135284

Website (falls vorhanden)www.flustix.com
Wie sind Sie auf DIN-Connect aufmerksam geworden?Durch persönliche Empfehlung.
  

Potenzielle Projektpartner*innen


- DIN CERTCO (TÜV Rheinland)
- Wessling Gruppe
- Weitere affektierte Fach- und Verkehrskreise sowie Wirtschaftsakteure


Abstract

Der Bedarf von Konsument:innen bezüglich umweltfreundlichen Produkten aller Art ist da und er wächst kontinuierlich. Die Wirtschaft ist sich dessen bewusst und passt dem sowohl Produktion als auch Marketing-Strategien an. In der Gesetzgebung, sowohl auf EU- als auch auf Bundes-Ebene, ist ein starker Vorstoß in Richtung Umwelt- und Verbraucherschutz zu vermerken.

Auf Produkten, Verpackungen und in der Werbung sehen wir tagtäglich Slogans wie "Plastikfrei", "Frei von Mikroplastik" usw. Die 2022 in Kraft getretene Einwegkunststoffverordnung verbietet einzelne Plastikprodukte und animiert zum Gebrauch von plastikfreien Alternativen. 

Die Krux:  Bislang wurde noch kein einheitlicher Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff "Plastikfrei/heit" initiiert oder umgesetzt. Das öffnet Tür und Tor für Greenwashing; die Wirtschaft ist verunsichert, die Verbraucher:innen irritiert, die Gesetzgebung hat keine klare Handhabe gegen Verstöße.

Erst durch einen einheitlichen Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff "Plastikfrei/heit" können Verbraucher, Wirtschaftsakteure und Legislative sicher gehen, dass wer „Plastikfrei/heit“ deklariert sich auch in genormten Grenzen bewegt und „Plastikfrei/heit“ konsumiert und/oder anbietet.

Innovationsgrad


Welche Situation liegt aktuell wie vor?


Hintergrund

Die Weltgemeinschaft steht vor einer Herausforderung bislang nicht dagewesenen Ausmaßes. Wir haben den Wandel bereits vor der Haustür, wir spüren ihn deutlich. Wetterextreme nehmen in ihrer Häufigkeit und Heftigkeit zu, fast täglich erreichen uns Nachrichten aus aller Welt über Naturkatastrophen und deren fatale Folgen. Wurde die Relevanz oder gar die Existenz des Klimawandels in den letzten Jahren noch in Frage gestellt, so ist er Stand heute ein indiskutabler Fakt: Der Klimawandel ist real, er ist da, er ist belegt, und wir spüren ihn schmerzhaft. Wissenschaftler:innen auf der ganzen Welt errechnen Prognosen seiner Auswirkungen. Und diese Prognosen sind erschreckend. Schaffen wir es nicht mehr rechtzeitig, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen, so drohen uns noch viel stärkere Hitzewellen, Brände und Dürren, zerstörte Ernte-Erträge, Dauerregen, Hochwasser und Flutkatastrophen.

Um bereits politisch festgesetzte Klimaziele zu erreichen, muss weltweit der Co2-Ausstoß massiv eingedämmt werden. Zu den größten Treibern von Co2 zählen Produktion, Verarbeitung, Transport sowie die Entsorgung von Kunststoffen. Noch immer basieren rund 99% aller Kunststoffe auf fossilen Rohstoffen, Öl und Gas. Allein Schaffung und Ausbau von Infrastrukturen für Exploration, Förderung, Transport und Raffinierung stößt Unmengen an Emissionen in die Atmosphäre. Was einst als revolutionäre Erfindung das Leben von Millionen Menschen erleichterte, gefährdet nun durch unseren sorglosen Umgang damit, den gesamten Planeten. Unser künftiger Umgang mit diesem wertvollen und genialen Werkstoff wird zu einem der wesentlichen Faktoren, der maßgeblich zum Erreichen der Klimaziele beiträgt.


Ausgangslage

Nachhaltigkeit wurde in den letzten Jahren zum Top-Thema. Die EU bemüht sich um schnelle Abwicklung von Umweltschutz-Regularien, die Wirtschaft begreift Nachhaltigkeit oft noch als Marketing-Bonus. Nachhaltigkeits-Logos und -Versprechen erleben einen Wildwuchs. Zu Recht werden Verbraucher:innen immer skeptischer. Nachhaltigkeit sollte nicht nur ein leichtfertiges Werbeversprechen oder Marketing-Gag sein. Wir brauchen eine sinnhafte Veränderung statt minimaler Anpassungen. Falsche und haltlose Versprechen müssen fortan der Vergangenheit angehören. Um Nachhaltigkeit im Bereich Plastik bzw. Plastikfreiheit sicherzustellen, bedarf es einer klaren Vorgabe, zuverlässigen Kontrollsystemen sowie unabhängiger und transparenter Prüfung. Dem muss jedoch eine klar geregelte Definition zu Grunde liegen: Was bedeutet Plastikfrei/heit?


Bis heute gibt es trotz des allgemeinen Wissens um die weltweite Abfall-Problematik von Kunststoffen und die damit verbundenen globalen Folgen und Schäden für Umwelt, Mensch und Tier noch keine einheitliche Norm zur Klärung des Begriffes „Plastikfrei/heit“; welche die Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/heit“ innehat. Zwar nutzen mittlerweile viele Produzenten und Inverkehrbringer den Begriff bereits am POS auf Produkten und/oder in der Werbung, doch eine einheitliche Basis dafür fehlt bis heute, deutschlandweit, europaweit, weltweit. Jetzt und in Zukunft, insbesondere unter Inbezugnahme der in 2023 zur Umsetzung vorgesehenen EU-RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Änderung der Richtlinien 2005/29/EG und 2011/83/EU hinsichtlich der Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel durch besseren Schutz gegen unlautere Praktiken und bessere Informationen, bedarf es der Normierung der Terminologie „Plastikfrei/heit“, so dass Wirtschaftakteure sicher agieren, produzieren, deklarieren und vertreiben, können, und Verbraucher:innen künftig vor Irreführung beim nachhaltigen Einkauf sicher sein können. (Siehe Mail Anhänge: Fact Sheet Green Claiming)


Welche Bedarfe und Lösungen (aktueller Stand der Wissenschaft und Technik) liegen bei welchen Marktteilnehmern*innen vor?


flustix ist die erste Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Rohmaterialien, Halbzeuge, Produkte und/oder Verpackungen auf Plastikfreiheit zu prüfen und somit für geprüfte Transparenz zu sorgen. Doch es wurde bisher noch keine einheitliche Norm, welche die Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/heit“ festlegt, was jetzt mehr von Nöten ist denn je.
Der Bedarf für eine einheitliche Definition/Norm für Plastikfreiheit, liegt bei Verbraucher:innen mit deren steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten gleichauf mit dem Bedarf der Wirtschaftsakteure (Produzenten und Inverkehrbringer), welche die steigende Nachfrage mit unabhängig zertifizierten Rohstoffen und Endprodukten rechtssicher bedienen möchten. Beide leiden unter den steigenden negativen Auswirkungen des derzeitig stattfindenden und wildwüchsig gewordenen Greenwashings.


Die steigende Nachfrage seitens der Verbraucher:innen fordert wiederum das Angebot seitens der Produzenten. Um den guten Verlauf dieser „Grünen Nachfrage“ entgegenzukommen, ist es notwendig, eine Definition/Norm als Basis für einen einheitlichen Standard zu entwickeln und somit die Verbraucher:innen durch unabhängige, transparente und rechtssichere Zertifizierung und durch darauf basierende Siegel zu schützen.
Die Lösungen liegen in der Hand der Produzenten, die ein Interesse daran haben nachhaltige und umweltfreundliche Produkte zu produzieren und diese zertifizieren zu lassen. Dafür bedarf eines Rahmens, einer Norm, um sich bereits beim Produktdesign daran orientieren zu können. Eine unabhängige, transparente und rechtssichere Zertifizierung verhindert negative Auswirkungen und schafft Anreize für Forschung, Innovation sowie Investitionen im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Für die Umwelt.


Weshalb sind diese vorhandenen Lösungen nicht hinreichend genug?


Der Wille von Konsument:innen und Wirtschaft ist da, das belegt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten aller Art. Es wurde bislang jedoch noch kein einheitlicher Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ initiiert und umgesetzt. Dies ist der notwendige Schritt, um die Präsenz von Monomaterialien zu fördern und somit schneller und effektiver in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu gelangen, indem eine Zertifizierung konform zu einem einheitlichen Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ vergeben werden kann.


Was ist der Fortschritt Ihrer Idee gegenüber dem Stand von Wissenschaft und Technik?


flustix zertifiziert bereits seit 2018 mit seinen Partnern DIN CERTCO (TÜV Rheinland) und den Laboren der Wessling Gruppe Rohmaterialien, Halbzeuge, Produkte und/oder Verpackungen auf Plastikfreiheit und bietet dazu vier unterschiedliche Siegel an. Dadurch bietet die flustix-Initiative mit der unabhängigen, transparenten und rechtssicheren Zertifizierung sowohl ein Fundament für umweltbezogene Aussagen als auch Anreize für Verbraucher:innen, Unternehmen und den öffentlichen Bereich sich nachhaltig zu orientieren. Somit möchte flustix den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beschleunigen und das Ressourcenabfallproblem reduzieren und verhindern.

Aktuell sind keinerlei einheitlichen wissenschaftlichen Angaben zu einem akzeptierten Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ bekannt. Die technische Umsetzbarkeit für die Identifizierung von Plastik in Materialien liegt bei flustix und seinen Partnern DIN CERTCO (TÜV Rheinland) und die Wessling Gruppe allerdings vor und ist in der Praxis erprobt.

Fortschritt flustix: flustix verfügt über die nötige Erfahrung und Praxis sowie der daraus gewonnen Erkenntnisse, da:


• flustix bereits über die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem RAL Registrierungsverfahren (2017 bis 2019) mit 50 affektierten Fach- und Verkehrskreisen verfügt (Dokumente aus zwei Bescheidungs-Runden liegen vor und können eingebracht werden)
• flustix und DIN CERRTCO (TÜV Rheinland) bereits über mehr als vier Jahre Prüf-, Zertifizierungs- und Lizensierungs-Erfahrung verfügt
• flustix und seine akkreditierten Prüfpartner über mehr als vier Jahre Erfahrung in der Prüfung der Plastikfreiheit verfügen und die Erkenntnisse wie auch Ergebnisse in ein Konsortium einbringen wird
• flustix und seine Partner bereits über 200 Produkte erfolgreich geprüft, zertifiziert und lizensiert haben
• flustix durch seinen steten Austausch der vergangenen Praxis-Jahre mit NGOs, Ministerien, Ämtern und Verbänden sehr schnell ein beschlussfähiges Konsortium aufstellen, umsetzen und zum Abschluss bringen kann
• flustix durch seine Mitgliedschaften in den EU-Stakeholder-Konferenzen zu SUP und CEAP im Rahmen des „Green Deals“ immer auf dem aktuellen Stand der Diskussionen ist und dadurch stets zeitig informiert ist über bevorstehende regulative EU-Maßnahmen
• flustix mit seinen zwei Zeichen „PLASTIKFREI“ und „RECYCLED DIN geprüft“ bereits als Uniongewährleistungsmarken am EUIPO geschützt und als Siegel registriert sind
• flustix seitens NGOs, der Bundesregierung und des UBA als seriös und empfehlenswert eingestuft werden
• flustix bereits auf Siegelklarheit.de gelistet ist


Welche Situation liegt aktuell wie vor?


Die EU-Handlungsvorschrift „SUPD“ (Single Use Plastic Directive) reguliert bereits heute, dass bestimmte Einwegkunststoff-Produkte verboten werden und durch „plastikfreie Alternativen“ ersetzt werden müssen oder bereits wurden. Die Verordnung verfolgt einen qualitativen Ansatz zur Bestimmung dessen, was plastikfrei sein soll, weil es derzeit noch eines quantitativen Ansatzes fehlt. Grund hierfür: fehlende Normierung.


Praxisbeispiel: Die SUPD verordnet, dass bei papierbasierten Einwegartikeln sowohl Kleber als auch Farben, an und auf Produkten in unbestimmten Mengen zu vernachlässigen sind. So soll bspw. ein Papier-Kaffee-Becher gänzlich plastikfrei sein (sic!), kann jedoch eine unbegrenzte Menge an Klebern und Farben auf Polymerbasis beinhalten. Produzenten und Inverkehrbringer derartiger Produkte sind irritiert und verunsichert. Hier bedarf es eines klaren Grenzwertes, geregelt durch eine Norm.

Ein quantitativer Ansatz wie flustix ihn verfolgt, bietet regulierenden Instanzen (u.a. auf EU-Ebene), der Wirtschaft wie auch den Verbraucher:innen Klarheit und schließt Schlupflöcher beim Greenwashing. Mit einer Norm, welche die Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/heit“ festlegt würde allen Beteiligten, inkl. der EU und dem „Green Deal“, die dringend benötigte Handlungs-Sicherheits-Basis verschaffen.


Welche themenverwandten Standards, technische Regeln, Normenausschüsse, Gremien, Foren und Konsortien sind Ihnen bekannt bzw. existieren bereits?

flustix selbst arbeitet derzeit auf Basis folgender Normen (siehe auch mitgesendetes Zertifizierungsprogramm unter Pkt. 2 „Prüf- und Zertifizierungsgrundlagen“):


DIN EN ISO 472 Kunststoffe – Fachwörterverzeichnis (ISO/TC 61/SC1)
DIN EN 643 Papier, Karton und Pappe – Europäische Liste der Altpapier-Standardsorten
ISO/TR 21960:2020 Plastics – Environmental aspects – State of knowledge and methodologies
Verordnung (EU) Nr. 10/2011 Verordnung der Kommission über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen
ECHA ANNEX XV RESTRICTION REPORT, PROPOSAL FOR A RESTRICTION, VERSION NUMBER: 1, DATE: 11 January 2019, European Chemicals Agency (ECHA), Annankatu 18, PO BOX Zudem besteht unserer Kenntnis nach ein DIN-VR-Normprojekt „Mikroplastik in Lebensmitteln“ (Stand 30.06.2020)


Beschreibung der Vorarbeiten: Welche Vorarbeiten sind vor einer möglichen Standardisierung Ihrer Idee noch zu leisten und mit welchem zeitlichen Faktor rechnen Sie hierbei?


Vorarbeiten: Neben den oben aufgeführten bereits erledigten Vorbereitungen, liegen die Vorarbeiten für die Standardisierung in der Kooperation zwischen flustix und seinen Partnern DIN CERTCO (TÜV Rheinland) und der Wessling Gruppe, die im von DIN vorgegebenen Rahmen umgesetzt werden können. Weitere relevante Stakeholder, affektierte Kreise sind flustix bekannt und werden/können auf Wunsch leicht einbezogen werden, auch über die DIN-Veröffentlichung (und den daraus resultierenden Rückmeldungen) hinaus.


Zeitlicher Faktor: Für die Festlegung einer einheitlichen Standardisierung rechnet flustix mit weniger als vier Monaten ab Beschlussfähigkeit des Konsortiums, da wie oben beschrieben bereits fünf Jahre Prüf-, Lizensierungs- und Zertifizierungs-Praxis vorliegen und die daraus resultierenden Fragen bekannt sind. Zudem verfügt flustix aus seinen Kooperationen wie auch aktiven Dialogen mit Stakeholdern, NGOs und öffentlichen Stellen über ein funktionierendes Netzwerk und kann somit schnell und zuverlässig zu einem beschlussfähigen Konsortiums-Aufbau beitragen.


Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Ihrer Idee und dem von Ihnen ausgewählten DIN-Connect Themenschwerpunkt?

Laut der DIN-Connect Förderungsübersicht heißt es: „Um den Transformationsprozess Deutschlands hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft aktiv zu unterstützen, steht auch DIN-Connect 2023 ganz im Zeichen des Klimas.“ Kreislaufwirtschaft gleich Klimaschutz. Eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft kann nur mit Monomaterialien, ohne Verbundwerkstoffe beim Endverbraucher, die hauptsächlich aus Kunststoff plus ein anderes Material, bestehen, funktionieren. Unter anderem unter diesem Aspekt möchte flustix Teil der DIN-Connect Förderung werden. Das Erreichen der Klimaziele und die Anpassung an den Klimawandel erzwingen ein Handeln in vielen Sektoren und Lebensbereichen. flustix möchte an diesem Handeln teilnehmen und Anreize schaffen um unsere Umwelt, das Klima und die Gesellschaft auf dem Weg dahin mit Klarheit und Transparenz zu unterstützen und so ein nachhaltiges Handeln aller Akteure ermöglichen.


Mit der Plastikfreiheit leistet flustix bereits jetzt einen Beitrag zum Thema „Circular Economy“, welche einen weiteren Schwerpunkt der „DIN-Connect“-Initiative darstellt. Mit der Förderung von plastikfreien Alternativen fördert flustix den Wandel hin zur Verwendung von Monomaterialien, vornehmlich in Richtung Materialien, die bereits eine Rückführ-Quote in den Kreislauf von über 90 Prozent erreichen (bei Plastik liegt der absolute Ist-Wert bei unter zehn Prozent). Die Kompetenz von flustix im Bereichen der „Circular Economy“ und über die „Plastikfreiheit“ hinaus wird unterstrichen durch die bestehenden flustix Siegel in diesem Segment, wo flustix mit den o.g. Partnern bereits auf Basis von DIN EN (& ISO)-Normen sowie dem Mindeststandard (VerpackG) jahrelange zwei Kreislauf-Siegel vergibt: flustix RECYCLED DIN geprüft und flustix RECYCLABEL DIN Plus. Tatsächlich sind die positiven Auswirkungen von flustix Plastikfrei Siegeln und die darüberstehenden zu erwartenden Effekte durch eine einheitliche Definition/Norm für die Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/heit“ von Rohmaterialien, Halbzeugen, Produkten und Verpackungen vielseitig und spätestens jetzt ein notwendiger Schritt für die Fundierung eines Zertifizierungsprogramms zur Auslobung von Plastikfreiheit.


Ein solcher Fortschritt würde nicht nur Anreize bewirken, um plastikfreie Alternativen zu fördern und zu schaffen, sondern würde einen massiven Einfluss auf die Produktion und den Konsum von Plastik-Produkten und Materialien haben. Dementsprechend wäre der Einfluss ebenfalls bei der Reduzierung und der Verhinderungen von Plastikabfällen (inkl. Verbundmaterialien) in die Umwelt und in der Biodiversität spürbar, sowohl als auch, für die Kohlenstoffemissionen bei der Herstellung von Kunststoffen auf der Grundlage fossiler Energieträger.


Die Entwicklung eines Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ würde einmal mehr den Innovationsgrad Deutschlands und seiner Institute innerhalb der EU und darüber hinaus unterstreichen, denn auf EU-Ebene fehlt derzeit noch wie oben dargestellt ein Ansatz zur quantitativen Betrachtung und Bewertung von Plastikfreiheit. Eine Standardisierung würde über alle Grenzen hinweg mit offenen Armen empfangen, aufgenommen und umgesetzt werden. Positive Effekte für weitere Themenschwerpunkte der DIN-Connect Förderung, wie u.a. „Stadt der Zukunft“ sind absehbar, insbesondere im Bezug zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Tierwelt, der Pflanzenwelt, zur Sauberkeit der Umwelt und zu Ressourcen-Unabhängigkeit nach dem Modell einer kreislauffähigen Wirtschaft/Stadt, denn die Standardisierung übt einen entscheidenden Effekt auf eine funktionierende lokale Kreislaufwirtschaft innerhalb eines sozialen Gefüges aus.

Nutzen und Ziele


Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Idee?

flustix möchte mit der Standardisierung dazu beitragen, den Wunsch der Gesellschaft nach einem sorgsamen Umgang mit dem so wertvollen Werkstoff Rechnung tragen und Klarheit durch eine Normierung schaffen. Die aktuelle Problematik zeigt auf, dass der wertvolle Rohstoff Plastik/Kunststoff nicht weiterhin als billiges Wegwerfprodukt inflationär verwendet und genutzt werden sollte, was Produzenten, Inverkehrbringer und Verbraucher:innen auch längst erfahren und erkannt haben. Es bedarf einer zuverlässigen Deklarierung, basierend auf einer Norm, so dass alle sicher handeln können.


• flustix möchte mit der Standardisierung dazu beitragen, dass Kunststoffe/Plastik nur noch dort eingesetzt werden, wo es nötig und sinnvoll ist. Damit wird der Impact in das Müllsystem reduziert
und somit trägt flustix dazu bei, den Prozentsatz des Recyclings von Kunststoffen bis 2030 in Übereinstimmung mit der neuen EU CEAP-Politik umzusetzen und sogar zu erhöhen. Vornehmlich durch die Schaffung von Anreizen zur Verringerung der Verwendung von Einwegprodukten, Förderung der Verwendung von Monomaterialien und zur Verbesserung der Verwendung von recycelten und wiederverwertbaren Produkten. Denn das Kunststoff-Recycling und die Industrie dahinter sind noch sehr jung und stehen derzeit erst am Anfang. Wenn der Plastik-Konsum wie von der Industrie prognostiziert sich in kommenden Jahrzehnten noch mal verdreifacht, dann ist es kaum absehbar bessere Recyclingquoten zu erreichen.
• flustix und die Standardisierung werden einen Beitrag dazu leisten, dass die Ziele des Green Deal, inkl. CEAP, SUP und der SUPD sowie anderer EU-Rechtsvorschriften erreicht werden können


Allgemeine Ziele:


• Die übergreifende Interventionslogik des Projekts ergibt sich aus unserer Schlussfolgerung, dass eine transparente, unabhängige und rechtssichere Zertifizierung benötigt wird, die die Konformität von Produkten und Verpackungen mit anerkannten Standards auf Basis eines einheitliches Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ sicherstellt. flustix ist gewillt, die aktuellen Herausforderungen anzugehen, indem es einen positiven Rahmen schafft, in welchem Hersteller ermutigt werden, in nachhaltige und umweltfreundliche Rohmaterialien, Halbzeuge, Produkte und Verpackungen zu investieren, nach denen Verbraucher:innen zunehmend Ausschau halten.
• Erreicht werden die Untermauerung und Überwachung des Green Claimings mit freiwilliger Prüfung durch Dritte, darauffolgender Konformitätsbewertung auf Basis eines Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“, der anschließenden Zertifizierung auf Basis der Zertifizierungsprogramme und die Vergabe der dazugehörigen Siegel. Damit schafft flustix einen klaren Marktanreiz für Hersteller und Inverkehrbringer zunehmend auf nachhaltige und umweltfreundliche Produkte und Verpackungen zu setzen, und bietet Verbraucher:innen somit den nötigen Schutz vor falschen Werbeversprechen, Irreführung und dem zunehmenden Greenwashing.


Welchen Nutzen generiert Ihre Innovation für welche Zielgruppen?


Es werden alle Zielgruppen abgedeckt: Sowohl am POS (Point Of Sale, analog wie auch online) holt flustix die Endverbraucher:innen ab, leistet mit seinen Zertifizierungen auf Basis der Standardisierung einen Beitrag zu Verbraucherschutz und Transparenz, wie auch im B2B-Bereich holt flustix den produzierenden, weiterverarbeitenden und inverkehrbringenden Sektor ab, und schafft durch seine Zertifizierungen auf Basis der Standardisierung die längst benötigte Sicherheit für u.a. den Handel von Rohstoffen, Halbzeugen und Handelswaren über Grenzen hinweg.


Wer profitiert von Ihrer Idee und dem daraus entwickeltem Standard?

Haupt-Profiteure der Idee und dem daraus entwickeltem Standard sind Mensch, Natur, Umwelt, Klima, Biodiversität, Bodenkultur, Kreislaufwirtschaft, Verbraucher:innen, Wirtschaftakteure, Akteure an Schnittstellen der öffentlichen Beschaffung sowie Innovatoren und Arbeitnehmer:innen des immer größer werdenden „Grünen Arbeitssektors“.
Im Detail besteht der Anreiz durch die Entwicklung eines einheitlichen Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ von Materialien und Produkten darin, dass Produzenten und Verbraucher:innen das Mitwirken am beschleunigten Übergang in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ermöglicht wird, indem Sie plastikfreie Alternativen, und somit Monomaterialien, in jeweils ihren Wirkbereichen favorisieren. Dieser Anreiz führt dazu, dass weniger Ressourcen (insbesondere Plastik aus Verbundmaterialien) produziert werden, was die Umwelt, das Klima und die Biodiversität schont und die Kreislaufwirtschaft fördert. Der wirtschaftliche Anreiz der neuen wachsenden Nachfrage der unterschiedlichsten Zielgruppen nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten und Materialien, öffnet und stärkt den Markt für Grüne Beschaffungen, Grüne Arbeitsplätze, Grüne Unternehmen und Innovationen, die an plastikfreien Alternativen arbeiten.


Wie werden die Ergebnisse nach Projektabschluss verwertet?

Die Ergebnisse werden nach Projektabschluss eins zu eins im Zertifizierungsprogramm sofort in der Praxis durch flustix und seine Partner DIN Certco (TÜV Rheinland) und u.a. die akkreditierten Prüflabore der Wessling Gruppe umgesetzt. Darüber hinaus, durch das Mitwirken seitens flustix in den Stakeholder-Konferenzen auf EU-Ebene zu SUP, SUPD und CEAP im Rahmen des Green Deals, wird mittelfristig mit dem einheitlichen Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ ein Meilenstein gesetzt und in bestehenden wie auch kommenden EU-Regulierungen eingearbeitet und langfristig die legislative Auslegung auf EU-Ebene erleichtern. Insbesondere Verbraucher:innen und Wirtschaftsakteure profitieren von dieser klaren und transparenten Definition.


Skizzieren Sie bitte die europäische/internationale Bedeutung

Ein einheitlicher Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ von Materialien führt global zur Klarheit aller Verbraucher:innen, für die Wirtschaft, für Regularien sowie für die legislative Auslegung und für alle affektierten Stakeholder.

Skizzieren Sie bitte die Markt- und gesellschaftliche Relevanz

Wie bereits ausgeführt, ist die Markt- und gesellschaftliche Relevanz enorm, da ein einheitlicher Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ von Materialien und Produkten die Grundlage für unabhängige, transparente und rechtssichere Zertifizierungen darstellt, und somit einen großen Einfluss/Anreiz für die Investition in der Kreislaufwirtschaft und der Entwicklung plastikfreier Alternativen ist. Dies öffnet und stärkt wiederum den Markt für Grüne Beschaffungen, Grüne Arbeitsplätze, grüne Unternehmen und Innovationen, die an plastikfreien Alternativen arbeiten, hin zu Monomaterialien.
Eine einheitlicher Terminologie- und Definitions-Standard für den Begriff „Plastikfrei/heit“ von Materialien dient also allen: der Umwelt, der Gesellschaft und dem globalen Markt.

Kompetenzen und Ressourcen


Die drei bisher feststehenden Konsortial-Teilnehmer bringen bereits eine Vielzahl an Erfahrung mit. Zudem bestehen Kontakte zu einer Vielzahl interessierter Kreise, u.a. NGOs, Verbände, Ministerien und Ämter, die bereits ihr Interesse mündlich bekundet haben und bei Bedarf hinzugezogen werden können. Im Einzelnen zu den drei bereits feststehenden Konsortial-Mitgliedern:


DIN CERTCO:
• Über 50 Jahre Erfahrung als akkreditierte Zertifizierungsstelle
• Verfügt über Fach-Expertise inhouse
• Genießt internationale Anerkennung
• Zusammen mit flustix verfügt DIN CERTCO (TÜV Rheinland) bereits über mehr als vier Jahre Prüf-, Konformitäts-, Zertifizierungs- und Lizensierungs-Erfahrung im Segment „Plastikfrei/heit“


Wessling Gruppe:
• Marktführer in der Analyse von Mikroplastik
• Weltweit anerkannt mit ingenieur- und naturwissenschaftlicher Expertise sowie präziser Analyseverfahren und Prüfergebnissen
• 40 Jahre Erfahrung zum Thema Analyse und Labortechnische Untersuchung auf stets neuestem technischem Standard
• Mit flustix als Partner verfügt die Wessling Gruppe über mehr als vier Jahre Erfahrung in der Prüfung der Plastikfreiheit und die Erkenntnisse wie auch Ergebnisse werden in ein Konsortium eingebracht


flustix:
• Bringt bereits Ergebnisse und Erfahrungen aus einem RAL Registrierungsverfahren (2017 bis 2019) mit 50 affektierten Fach- und Verkehrskreisen mit ein (Dokumente aus zwei Bescheidungs-Runden liegen vor)
• Zusammen mit DIN CERTCO (TÜV Rheinland) verfügt flustix bereits über mehr als vier Jahre Prüf-, Konformitäts-, Zertifizierungs- und Lizensierungs-Erfahrung
• Mit seinem akkreditierten Prüfpartner verfügt flustix über mehr als vier Jahre Erfahrung in der Prüfung der Plastikfreiheit und die Erkenntnisse wie auch Ergebnisse werden in ein Konsortium eingebracht
• Es wurden bereits über 200 Produkte erfolgreich geprüft, zertifiziert und lizensiert
• Ein großes Netzwerk und durch den steten Austausch in den vergangenen Praxis-Jahre mit u.a. NGOs, Ministerien, Ämtern und Verbänden bringt flustix einen Überblick mit, was ist, was ansteht und was kommen wird
• Durch seine Mitgliedschaften in den EU-Stakeholder-Konferenzen zu SUP und CEAP im Rahmen des „Green Deals“ ist flustix immer auf dem aktuellen Stand der Diskussionen
• Bereits jetzt besteht die internationale Anerkennung des flustix-Systems, denn mit seinen zwei Zeichen „flustix PLASTIKFREI“ und „flustix RECYCLED“ ist flustix bereits als Uniongewährleistungsmarken am EUIPO geschützt und als Siegel registriert

Standardisierungsscope/Anwendungsbereich



Eine Zertifizierung auf Basis eines einheitlichen Terminologie- und Definitions-Standards für den Begriff „Plastikfrei/Heit“ gilt für kunststofffreie Konsumgüter, Produkte, Verpackungen sowie Halberzeugnisse und enthält in Verbindung mit festen Prüfgrundlagen auf neuestem Stand der Technik alle Anforderungen zur Vergabe von Zertifizierungszeichen für plastikfreie Gesamtprodukte (Produkt und Verpackung), plastikfreie liquide Waren und deren Produktinhalt ohne Mikroplastik (liquide Inhaltsstoffe wie Kosmetika oder den WPR-Bereich), plastikfreie Produkte (ohne Verpackung) und plastikfreie Verpackungen (ohne Produkt).






Error rendering macro 'excerpt-include'

User 'null' does not have permission to view the page.