Projekttitel: Normenwissen für die Holzverarbeitung



deutscher ProjekttitelNormenwissen für die Holzverarbeitung
englischer ProjekttitelKnowledge of Standards and Standardization for the Wood Processing Sector



Ideengeber*in:


NameRainer Kemner
OrganisationIngenieurbüro Rainer Kemner
AdresseStriehlstraße 4, 30159 Hannover
E-Mail (optional)info@rainerkemner.de
Telefon (optional)

0151 28 82 06 87

Website (falls vorhanden)www.rainerkemner.de

Potenzielle Projektpartner*innen


  • Branchenspezifische Handwerks- und Industrieverbände
  • Vertreter von Meister-, Techniker- und Hochschulen mit branchenspezifischen Ausbildungsgängen


Ausgangslage


Normenwissen ist in vielen Unternehmen der Holzbe- und Verarbeitung nur rudimentär und bruchstückhaft vorhanden. Das hat einerseits mit der Struktur der Branche zu tun, die von vielen Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist. Es gibt nur wenige „Global Player“, vor allem in der Primär-Industrie (z. B. Holzwerkstoffhersteller) und bei den Zulieferern (z. B. Beschläge), die eigene Normen-Experten in ihren Unternehmen beschäftigen, die Normung für strategisch wichtig halten und sich darum auch direkt in die Normungsarbeit einbringen. Von der vorgeschlagenen DIN SPEC mit dem Fokus auf Holzbe- und Holzverarbeitung sind vor allem die Normenausschüsse NABau Bauwesen und NHM Holzwirtschaft und Möbel betroffen.

Andererseits spielt das Normenwissen in der beruflichen Grund-, Meister- und Technikerausbildung sowie in der universitären Ausbildung von Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Betriebswirten nur eine untergeordnete Rolle. „Normen und Normung“, die Prozesse die hinter einem Normendokument liegen, wie auch die praktische Anwendung und Auswirkung tauchen in kaum einem Curriculum explizit auf. Es hängt also immer stark von dem einzelnen Lehrer oder Dozenten ab, wie das Thema „Normung“ in den jeweiligen Fächern und Vorlesungen vermittelt wird und jeder muss sich bislang ein eigenes Konzept erarbeiten – wobei es natürlich naheliegend wäre, gerade das Thema „Normung“ mit einem annähernd gleichen „genormten“ Unterrichtskonzept zu vermitteln! Der Antragsteller hat diesbezüglich im Mai 2019 auf der LIGNA (weltgrößte Messe für Holzbearbeitungsmaschinen) die ausstellenden Ausbildungsinstitutionen nochmals befragt und fand diesen Umstand abermals bestätigt.

Deshalb soll die beantragte DIN SPEC Anforderungen aus Nutzersicht (Teil 1), strukturierte Anwendungsbeispiele (Teil 2) und Recherche-Strategien (Teil 3) beschreiben, die dabei unterstützen, das Normenwissen in der Branche tiefer zu verankern und besser nutzbar zu machen.

Nutzen


Mit der beantragten DIN SPEC wird mittelfristig die Grundlage für ein einheitliche Kompetenz- und Qualifikationsprofil der Mitarbeiter eines Unternehmens, des Managements, der Schüler, Studenten und des Lehrkörpers hinsichtlich des Normenwissens innerhalb der Branche gelegt.

Normenwissen und das Verständnis für innerbetriebliche Standardisierungsvorhaben sichern Prozesse in den Unternehmen ab und fördern Innovationen in einem Umfeld, das von einer immer stärkerer Vernetzung und Globalisierung geprägt ist. Standardisierte Prozesse, einheitliche Definitionen und saubere Schnittstellen sind Voraussetzung für eine erfolgreiche weitere Digitalisierung sowie den Einsatz internetbasierter Industrie 4.0-Technologien

Die beantragte DIN SPEC stellt mit ihrem Konzept außerdem eine „Blaupause“ für ähnlich gelagerte Branchen dar, die damit eigenständige Handreichungen für ihren speziellen Bedarf entwickeln können. 


Worin liegt das Optimierungspotential?

Durch die dreiteilige Gliederung – Anforderungen ermitteln – Anwendungsbeispiele – Recherche-Strategien – wird der Leser und Nutzer der beantragten DIN SPEC dazu angeleitet, in seinem jeweiligen beruflichen Kontext das erforderliche Normenwissen selbständig aufzubauen und nutzbringend anzuwenden. Er verliert weniger Zeit bei der Recherche, bedient sich dabei bspw. der kostenfreien Einsichtnahme bei den Normen-Auslegestellen und kann zielgerichtet die Normen beschaffen, die seine tatsächliche Fragestellung betreffen und beantworten. 


Wer profitiert von der Innovation und dem Standard?

In erster Linie profitieren die Unternehmen der Holzbe- und Holzverarbeitung, weil sie mit der beantragten DIN SPEC ein Werkzeug an die Hand bekommen, das es ihnen ermöglicht, ohne viel Aufwand (z. B. teure Seminarbesuche, Normen-Fehlkäufe, Abonnements zweifelhafter Loseblattwerke) Normenwissen aufzubauen und gewinnbringend bzw. fehlervermeidend und präventiv anzuwenden. In den Unternehmen wird mit Hilfe der Teile 1 und 3 der abteilungs- oder produktspezifische Bedarf an Normenwissen ermittelt, recherchiert und zur Verfügung gestellt. Damit können bereits im Entwicklungsprozess teure Fehlentwicklungen vermieden, in der Fertigung durch QM- und KVP-Prozesse die Güte verbessert und im Kundendienst Mängel und ihre Ursachen schneller identifiziert werden.

Auch die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der IHK`n und HWK`n erhalten für ihre Gutachten eine gute Anleitung zur zielgerichteten Normen-Recherche. Denn häufig stellt sich im Rahmen der Gutachtenerstellung nicht nur die Frage nach der vertraglich vereinbarten, der vorausgesetzten oder der üblichen Beschaffenheit (§ 633 BGB), sondern auch die Frage nach den „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ und der zum Zeitpunkt der Abnahme gültigen Norm bzw. der bauaufsichtlich eingeführten Regel (Liste der Technischen Baubestimmungen in den Landesbauordnungen).

Berufsschullehrer, Dozenten an Meister- und Technikerschulen und Professoren an den Hochschulen können entweder die Anwendungsbeispiele aus Teil 2 direkt in ihrem Unterricht einsetzen oder entsprechend der Vorlagen anforderungsbezogene und handlungsorientierte eigene Lehr- und Lernbeispiele entwickeln. Die Teile 1 und 3 enthalten das Rüstzeug für die Studenten, um später im Berufsleben sich das Normenwissen immer wieder neu anzueignen und souverän einzusetzen.


Wie werden die Ergebnisse nach Projektabschluss verwertet?

Das Ingenieurbüro Rainer Kemner (wie auch jeder andere freiberufliche oder organisationseigene Verbandsberater) kann die DIN SPEC bei der Unternehmensberatung als methodischen Ansatz für innerbetriebliche Standardisierungsprozesse verwenden. Der spezielle Beratungsansatz des Ingenieurbüros geht davon aus, dass nur optimierte (= standardisierte) Prozesse digitalisiert werden sollten – insofern ist Normenwissen unverzichtbarer Ausrüstungsbestandteil auf dem Weg in eine innovative Arbeitswelt!

Außerdem erhält die vom Antragsteller seit über 20 Jahren ausgeübte und jetzt nochmals deutlich erweiterte Dozententätigkeit mit der DIN SPEC endlich eine fundierte Grundlage für den Unterricht zum Thema „Normen und Regeln“ und bietet die Chance, sich mit anderen Lehrkräften und Dozenten zu vernetzen und auszutauschen. Veröffentlichungen in der Fachpresse können den Bekanntheits- und Verbreitungsgrad der DIN SPEC weiter erhöhen.

Da die DIN SPEC frei zugänglich ist, geht der Antragsteller davon aus, dass sie auch in der Branche der holzbe- und holzverarbeitenden Unternehmen eine große Verbreitung findet und dort zur Grundlage von Inhouse-Schulungen oder zum Selbststudium durch Meister, Techniker und Ingenieure verwendet wird.

Ausbildungsinstitutionen, Lehrer und Dozenten erfahren eine Unterstützung in ihren Bemühungen, um die Verbreitung und Anwendung von Normenwissen.

Die Zielgruppe der Sachverständigen findet im Rahmen der verpflichtenden Fort- und Weiterbildung einen neuen Zugang zu einem altbekannten Thema, sodass auch hier von einer nachhaltigen Verwertung der Projektergebnisse auszugehen ist.


Skizzieren Sie bitte die europäische/internationale Bedeutung

Mitarbeiter exportorientierter Unternehmen der Holzbe- und Holzverarbeitung können mit Hilfe der einmal erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen schnell die Anforderungen in einem ausländischen Markt ermitteln und Produkte und Dienstleistungen entsprechend anpassen sowie erforderliche Prüf- und Zulassungsverfahren veranlassen.

In der internationalen Zusammenarbeit spielen zudem Projekte zur beruflichen Bildung eine große Rolle. Die Vermittlung des dazugehörigen Normenwissens stellt einen strategischen Vorteil für die deutsche Export-Wirtschaft dar, weil die im Ausland ausgebildeten Schüler, Facharbeiter und Studenten in und mit den Kategorien der deutschen bzw. europäischen Normung arbeiten, deren Vorteile kennen und schätzen und sich deshalb tendenziell für genormte deutsche bzw. europäische Produkte entscheiden werden. Damit würde nicht nur das erfolgreiche duale Berufsbildungssystem exportiert, sondern mit dem Normenwissen auch einer der Erfolgsfaktoren für das „deutsche Wirtschaftswunder“.


Bestehen Einreichungsmöglichkeiten bei Europäischen und internationalen Normungsorganisationen (CEN/CENELEC/ISO/IEC)?

Es gab in den Jahren 2011/2012 eine aktive CEN-CENELEC-ETSI Joint Working Group on Education about Standardization (JWG-EaS), die einige Konzepte für die berufliche Bildung erarbeitet hat (Dokumente in den Anhängen): 

Policy on Education about Standardization
Masterplan on Education about Standardization
Model Curriculum for Educational Establishments
Model Curriculum for Vocational Training

Der Antragsteller muss allerdings davon ausgehen, dass mit den obigen Papieren die Arbeitsgruppe ihre Aktivitäten wieder eingestellt hat, da trotz ausführlicher Recherche keine weiteren Spuren mehr zu entdecken sind. Nach Fertigstellung der DIN SPEC muss geprüft werden, ob auf dieser Ebene eine Einreichungsmöglichkeit besteht. Allerdings ist z. B. in Deutschland die Berufsbildung durch staatliche Verordnungen geregelt, sodass grundsätzlich davon abzusehen ist, Berufsbildung mittels einer Norm zu "standardisieren" – ob und wie das in anderen europäischen Ländern aussieht, wäre zu prüfen.


Skizzieren Sie bitte die Markt- und gesellschaftliche Relevanz

Der Aufbau, Erwerb und Transfer von (Normen-)Wissen innerhalb eines Unternehmens ist nicht nur eine marktwirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Gerade die innovativen Arbeitswelten setzen ein lebenslanges Lernen voraus und Normenwissen schafft die Grundlagen für standardisierte Produkte, Prozesse und Schnittstellen, ohne die Digitalisierung oder Industrie 4.0 nicht möglich sind. Diesen Entwicklungen können und dürfen sich weder die kleinen noch die großen Unternehmen der Holzbe- und Verarbeitung verschließen.


Kompetenzen und Ressourcen


Der Antragsteller kann auf seine 25-jährigen Erfahrung und Vernetzung in der Branche zurückgreifen, kennt die potenziellen Partner zum großen Teil persönlich, weiß als Berater um die Anforderungen der Unternehmen und ist selber seit 1993 als Autor, Dozent und Referent zu diversen technischen und normenspezifischen Themen aktiv (siehe Lebenslauf in den Anhängen). 

Die Projektpartner aus Handwerks- und Industrieverbänden sowie Ausbildungsinstitutionen unterstützen bei der Beschreibung der unterschiedlichen Anforderungen aus Nutzersicht (Teil 1) und schaffen den Zugang, zur direkten Befragung von interessierten Unternehmen. Sie verfügen bereits über geeignete Anwendungsbeispiele (Teil 2), die noch einheitlich aufzubereiten sind. Und sie definieren gemeinsam für den Teil 3 eine sinnvolle Recherche-Strategie.

Als zeitliche Ressource plant der Antragsteller, über die Projektlaufzeit einen Arbeitstag pro Woche für die inhaltliche Arbeit und das Projektmanagement einzusetzen. Von den Projektpartnern wird die Mitarbeit bei sowie die Vor- und Nachbereitung von vier Arbeitstreffen erwartet. Technologische Ressourcen über die übliche EDV-Ausstattung und Internet-Zugang hinaus sind nicht erforderlich.

Standardisierungsscope


Die geplante DIN SPEC soll in drei Teilen den oben beschriebenen Nutzen gewährleisten:

Teil 1: Anforderungen
Im 1. Teil sind die Anforderungen aus Sicht der potenziellen Nutzer und Zielgruppen zu analysieren und zu beschreiben.
Die grundsätzlichen Leitfragen sind dabei: Welches Normenwissen muss an welcher Stelle, für welche Zielgruppe, auf welcher Ebene und in welcher Form zur Verfügung gestellt werden? 

1.A Anforderungen aus Sicht der holzverarbeitenden Unternehmen
Werker, Gesellen, Facharbeiter
Gruppenleiter, Werkstattmeister
Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung und Steuerung Konstruktion (Möbel, Küchen, Fenster, Treppen)
QM-Mitarbeiter, QM-Beauftragte, QM-Leiter
Verkauf und Marketing, Vertragsgestaltung
Technischer Kundendienst, Reklamationsbearbeitung
Unternehmensleitung, Management

1.B Anforderungen aus Sicht der Ausbildungsinstitutionen, Dozenten und Lehrer sowie aus Sicht der Schüler und Studenten
Berufsschulen (Tischler-/Schreinergesellen, Holzmechaniker, Holzbearbeitungsmechaniker)
Meisterschulen (Handwerks- und Industriemeister)
Technikerschulen (Holzbe- und Holzverarbeitung)
Berufsakademien, Hochschulen und Universitäten 

Teil 2: Anwendung
Der Teil 2 beschreibt entlang der oben ermittelten Anforderungen der unterschiedlichen Zielgruppen handlungsorientierte Anwendungsbeispiele und Vorlagen, sowohl für die praktische Umsetzung in typischen Betrieben der Holzbe- und Verarbeitung (Handwerk, KMU und Industrie) als auch für die schulische und universitäre Aus-, Fort- und Weiterbildung.

 Teil 3: Recherche-Strategie
Allen Zielgruppen gemein ist die Herausforderung, immer wieder für ihre spezifischen Fragestellungen die richtige Norm oder eine sonstige relevante Regelung zu finden. Deshalb soll im Teil 3 eine Vorgehensweise zur Normenrecherche beschrieben werden, die auch das übrige technische und juristische Regelwerk in den Blick nimmt – z. B. bauaufsichtlich eingeführte Normen bzw. Liste der Technischen Baubestimmungen, CE-Konformitätsbewertungsverfahren, Produkt- und Prüfnormen, andere branchenspezifische Regelsetzer – und letzten Endes zu den relevanten Fundstellen führt.


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