Projekttitel: Leitfaden zur Vermeidung vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz
| deutscher Projekttitel | Leitfaden zur Vermeidung vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz |
| englischer Projekttitel | Guide to avoiding premature / planned obsolescence |
Ideengeber*in:
| Name | Stefan Schridde |
| Organisation | MURKS? NEIN DANKE! e.V. |
| Adresse | Falkenberger Str. 172b |
| E-Mail (optional) | vorstand@murks-nein-danke.de |
| Telefon (optional) | 0176-83299180 |
| Website (falls vorhanden) | www.murks-nein-danke.de/verein |
Potenzielle Projektpartner*innen
- Alexandra Knauer, Knauer Wissenschaftliche Geräte GmbH (zugesagt)
- Dr. Cristoph Vondenhoff, Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA (angefragt)
- Samuel Waldeck, SHIFT GmbH (angefragt)
- Hans Constin, Constin GmbH (Produktentwickler der AVM Computersysteme Vertriebs GmbH) (angefragt)
- diverse über Kontakt PTJ (Projektträger Jülich), Recherche läuft
- ...
Ausgangslage
Seit geraumer Zeit wird das Phänomen der geplanten Obsoleszenz in seiner Wirkkraft einer immer breiteren gesellschaftlichen Schicht zugänglich (gewahr). Die Effekte verkürzter Produktlebenszykluszeiten tragen bei zum Anstieg globaler Abfallströme und resultieren in einer stetigen Degradierung der Qualität von Produkten. Dies widerspricht einerseits dem ingenieursmäßigen Anspruch auf höchstmögliche Qualität und Fehlertoleranz und steht ebenfalls konträr zu einer von Politik und Gesellschaft geforderten Entwicklung hin zu neuen ökonomischen Strategien, wie der kreislaufkonformen Wirtschaft. Es muss deshalb ein Teil jedweder zukunftsorientierten Agenda sein, bindende Regularien zu definieren, um den beschriebenen Problematiken Herr zu werden mit dem Ziel sie zu einzudämmen und langfristig ganz zu unterbinden. Auf europäischer Ebene werden wirksame Massnahmen zur Vermeidung von vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz eingefordert.
Unsere Idee ist einfach: In Form einer DIN SPEC nach dem PAS (Publicly Available Specification) Verfahren soll eine bundesweite Norm etabliert werden, die wirksame Richtlinien zur Vermeidung von vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz in der Erstellung von Produkten (von der Idee bis zum Nutzungsende) definiert und Unternehmen bzw. Managern, Produktentwicklern zur einfachen Orientierung an die Hand gegeben werden kann. Das Dokument wird Weisungen (Vorgaben), Methoden, Prozesse und Fallbeispiele enthalten, mit deren Hilfe sich Obsoleszenz erzeugende Einflüsse einfach und effektiv entdecken und vermeiden lassen. Der Leitfaden beschreibt, wie wirksam und nachhaltig dagegen vorgegangen werden kann. In Form einer speziell hierfür ausgelegten Obsoleszenzmöglichkeits- und -einflussanalyse (OMEA) und Entwicklung neuer Verfahren soll Entscheidungsträgern die systematische Prüfung von maßgeblichen Strukturen, Prozessen, Produkten und Dienstleistungen zur Vermeidung von vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz somit erleichtert werden.
Nutzen
Die Ursachen und Auswirkung geplanter Obsoleszenz werden in der Wirtschaft noch unzureichend beachtet. Es fehlen bisher Instrumente, die eine Vermeidung von vorzeitiger/geplanter Obsoleszenz praxisnah und mit positiver Wirkung für die Wirtschaft unterstützen.
Der Leitfaden zielt auf eine Erweiterung im Qualitäts- und Prozessmanagement und wird anschlussfähig in allen Branchen in der Produktherstellung einsetzbar sein. Auch wenn der Fokus zunächst im Konsumgüterbereich (B2B) liegt, ist die Anwendung auch im gewerblichen Bereich (B2B) denkbar. Daher werden in der Entwicklung des Leitfadens Partner aus beiden Sektoren mit eingebunden. Mit dem Leitfaden erhalten Unternehmen ein direkt anwendbares Instrument zur Vermeidung von vorzeitiger Obsoleszenz in der Produktentwicklung bis zum Nutzungsende ihrer Produkte. Sie können damit einen wesentlichen Betrag für Ressourcenschutz und kreislaufgeführte Ressourceneffizienz und -effektivität leisten. Anerkannte Studien haben gezeigt, dass damit ein erheblicher Beitrag zu Innovation und Wachstum in der Kreislaufwirtschaft geleistet werden kann.
Worin liegt das Optimierungspotential?
- Verbesserung der Prozess- und Produktqualität,
- Verbesserung von Ressourcenschutz- und Kreislaufführung,
- Erhöhung von Ressilienz und Marktpositionierung,
- Zielführende Erweiterung im Qualitäts- und Porzessmanagement
- Freisetzung von konsumtiven Kapital für neue Geschäftsfeldentwicklung
Wer profitiert von der Innovation und dem Standard?
Unternehmen profitieren wie erläutert ebenso wie deren Kunden, die Gesellschaft und der Umwelt- und Ressourcenschutz
Wie werden die Ergebnisse nach Projektabschluss verwertet?
Der Leitfaden wird über den Beuth-Verlag als DIN SPEC PAS öffentlich verfügbar werden. Über die Gründung eines Startup (Ausgliederung als gemeinütziger Zweckbetrieb von MURKS? NEIN DANKE! e.V. für Dienstleistungen zur Nutzung des Leitfadens in den Betrieben soll dessen Verbreitung und Anwendung gefördert werden. Über begleitende Öffentlichkeitsarbeit durch das Netzwerk von MURKS? NEIN DANKE! e.V. soll die Bekanntheit gefördert werden. Mit zunehmer Anwendungserfahrung kann die Überführung in eine Qualitäts- und Prozessnorm angestrebt werden.
Skizzieren Sie bitte die europäische/internationale Bedeutung
Da das zugrundeliegende Thema von hoher europaweiter Relevanz ist und durch die EU-Kommission mitgetragen und politisch gefördert wird, kann die Relevanz dieser Projektidee als sehr hoch eingeschätzt werden.
Bestehen Einreichungsmöglichkeiten bei Europäischen und internationalen Normungsorganisationen (CEN/CENELEC/ISO/IEC)?
Da die aktuelle Normungsarbeit auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene dem Thema der geplanten/vorzeitigen Obsoleszenz wie auch Haltbarbeit zunehmend Aufmerksamkeit widmet, sind Einreichungsmöglichkeiten bei allen Normungsorganisationen absehbar.
Skizzieren Sie bitte die Markt- und gesellschaftliche Relevanz
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Vermeidung von Obsoleszenz einen erheblichen Beitrag für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und -gesellschaft leisten kann. Allein auf nationaler Ebene lassen sich laut Studien ca. 100 Milliarden Euro für neue Geschäftsfeldentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Konsumgüterbereich pro Jahr freisetzen. Da aufgrund erhöhter Haltbarkeit der genutzten Produkte Konsumbedürfnisse noch bedient werden, wird das freigesetzte konsumtive Kapital direkt Wirkung für kreislaufgeführte Innovationen in neuen Bereichen leisten.
Ökonomisch orientiert handelnde Unternehmen können so einen rasch umsetzbaren und direkt wirksamen positiven und ressilienzfördernden Beitrag zur eigenen und gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit leisten. Aufgrund der zunehmenden regulativen Orientierung (neue Gesetze und Normen für Haltbarkeit, Ressourcenschutz und Kreislaufführung entsteht ein höherer Druck auf die Unternehmen zum Erwerb entsprechender Handlungskompetenz.
Kompetenzen und Ressourcen
Der MURKS? NEIN DANKE! e.V. ist seit mehr als sechs Jahren in Deutschland und europaweit anerkannter Akteur zu allen Themen der geplanten und vorzeitigen Obsoleszenz. Als Gründer der Initiative MURKS? NEIN DANKE! e.V. trägt Dplom-Betriebswirt (FH) Stefan Schridde wesentlich zu der Debatte über die schadhaften Folgen von geplanter Obsoleszenz in ganz Europa bei. Dazu steht er in direktem Austausch mit Parteien, Bundestagsfraktionen, Abgeordneten, Ministerien, Behörden, Hochschulen, Instituten, Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften, NGO und weiteren befreundeten Netzwerken.
Stefan Schridde und “MURKS? NEIN DANKE! e.V.” sind Partner vom Umweltministerium, Umweltbundesamt, DIN-Institut, VDI Zentrum für Ressourceneffizienz, VDI Landesverbänden, VDE Landesverbände, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, verschiedenen Fraunhofer Gesellschaften, mehreren Hochschulen und der IG METALL im diesem Themenfeld. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin lehrte Stefan Schridde in den Fachbereichen Ingenieur-wissenschaften (FB 2) und Gestaltung (FB5) zu dem Themenfeld der geplanten Obsoleszenz. An der Hochschule für Wirtschaft und Recht ist Stefan Schridde Mitglied im Beirat vom Master-Studiengang Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement (NAQM).
Für seine fachliche Expertise ist Stefan Schridde beim Parlamentarischen Beirat für Nachhaltigkeit, beim Rat für nachhaltige Entwicklung, bei verschiedenen Ingenieursorganisationen (u.a. Leiter des VDE-Arbeitskreis Obsoleszenz), beim DIN-Institut (Mitarbeit im „NA 172-00-14 AA Materialeffizienz und Ökodesign“, im DIN KU "AK 7 Ressourcenschutz durch umweltverträgliche Produktkreisläufe und Dienstleistungen", AK7-UAG Verschleiß", „AK 5 Ressourcenschutz“ und „TS 3 Umweltverträgliche Produkt- und Prozessgestaltung“, Arbeitskreis VDI 2343 Recycling elektrischer und elektronischer Geräte), bei Hochschulen und Forschungsorganisationen anerkannt.
Über Fachpublikationen informiert Stefan Schridde zu den vielfältigen Facetten der anthropogenen Obsoleszenz. Diverse Preise und Anerkennungen (z.B. Erster Preis Berliner Trenntwende-Wettbewerb 2012, Trenntheld 2013, Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN 2013, Werkstatt-N-Projekt 2013 und 2015) würdigen die Ergebnisse der bisherigen Arbeit.
Die beteiligten Partner sind in ihren Branchen führend für qualitätsorientierte Fertigung von Konsum- und Gewerbegütern. Über das weite Netzwerk von MURKS? NEIN DANKE! e.V. werden noch weiteren Partner in die Arbeit mit eingebunden werden (z.B. Hochschulen). Die zeitlichen und personellen Ressourcen für die Projektarbeit werden bereitgestellt.
Standardisierungsscope
Der geplante Standard definiert Anforderungen an die Produktentwicklung (und nachfolgenden Prozesse in der Wirtschaft bis hin zum Nutzungsende von Konsumgütern) zur Vermeidung von geplanter/vorzeitiger Obsoleszenz.