Blog from May, 2023

Durch klimawandelbedingte Hitzewellen spitzt sich die Problematik von zu warmem Trinkwasser zu: Durch die Erwärmung von Böden und Gebäuden erwärmt sich unser eigentlich kaltes Wasser und bietet somit im schlimmsten Fall Bakterien, wie z. B. Legionellen, eine Lebensgrundlage. Dies muss in der integralen Planung von Trinkwasserinstallationen berücksichtigt werden und wird als eines von zwei Trinkwasserthemen auf Basis von VDI-Richtlinien in dieser Veranstaltung diskutiert.

Häufig gehen mit Hitzewellen auch Trockenperioden einher. Es steht weniger (Trink-)Wasser zur Verfügung, sodass versucht wird, Wasser zu sparen. Dabei rückt häufig in den Hintergrund, dass ein Wasseraustausch in den Leitungen maßgeblich zur Trinkwasserhygiene beiträgt und somit nicht „am falschen Ende“ gespart werden sollte. Als zweites wichtiges Thema wird daher die Stagnation und damit verbundene hygienische Risiken diskutiert, um aufzuzeigen, wie wir im Trinkwasserbereich mit dem Klimawandel zukünftig umgehen müssen.

Referenten:

Martin Pagel, Bader GmbH & Co. KG

Dirk Schulze, DVQST e.V. - Deutscher Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene

Vortragstitel:

Mögliche Erwärmung des Kaltwasser durch zunehmende Klimaeinflüsse und gut gemeinte Einsparungen mit ihren hygienischen Risiken

ISO sucht Climate Advisors

Die 167 Mitglieder der International Organization for Standardization (ISO) haben in der London Declaration von September 2021 einvernehmlich vereinbart, ISO-Normen und -Standards verstärkt als wichtigen Hebel zur Erreichung der Pariser Klimaziele und der UN-Nachhaltigkeitsziele einzusetzen. Im Nachgang der London Declaration hat das ISO Technical Management Board (ISO/TMB) einen London Declaration Action Plan erarbeitet, in dem dargelegt ist, welche Schritte zur Erreichung der Ziele der London Declaration erforderlich sind. Ein entscheidender Teil ist die priorisierte Überarbeitung konkreter Normen mit dem Ziel, diese Normen an die Entwicklungen in der Klimawissenschaft anzupassen und ihre Fähigkeit, Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, zu verbessern. In einem ersten Schritt hat ISO entsprechend eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um über die aktuellen und potenziellen Auswirkungen von ISO-Standards auf das UN-Nachhaltigkeitsziel 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ zu informieren. Basierend auf den Forschungsergebnissen wurde im zweiten Schritt eine Empfehlungsliste mit vorrangig zu überarbeitenden Normen erstellt. Um die betroffenen ISO Technischen Ausschüsse bei dieser Aufgabe zu unterstützen, sollen unabhängige externe  Klimaberater (Climate Advisors) mit technischem Wissen über Klimaschutzmaßnahmen in einem bestimmten Sektor den entsprechenden ISO Technischen Gremien zur Seite gestellt werden.

Die ISO schreibt Stellen für Climate Advisors in den Bereichen Building and construction, Energy und Transport aus und freut sich über Bewerbungen. Dabei ist zu betonen, dass die Kandidat*innen keine Mitarbeitende in Technischen Gremien (TCs) oder  Arbeitsgruppen (WGs) von ISO sein dürfen, um eine Neutralität  in der Arbeit sicherzustellen. Die Bewerbungsschreiben sind direkt über die Links an ISO/CS zu richten.

Für Rückfragen stehen Jörg Megow (joerg.megow@din.de) und Petra Scharf (petra.scharf@din.de) gerne zur Verfügung.

Neben einer treibhausgasfreien Bereitstellung von Energie kommt der Produktion von Waren und den Dienstleistungen ein wichtiger Part bei der Einhaltung der Klimaziele zu.

Die umweltbewusste Gestaltung von Produkten kann hier als Eckpfeiler dienen, Herstellungsprozesse möglichst nachhaltig zu gestalten. Kenngrößen wie die Ökobilanz und die Umweltdeklaration können dabei helfen.

Im Bereich der elektrotechnischen Normung hat man sich bereits im IEC/TC 111 und im CENELEC/TC 111X dieser Thematik angenommen und zwei entsprechende Standards entwickelt.

Zum Klimafrühstück am 23.0.2023 werden Andreas Schneider von Sony Europe und Dr. Johannes Auer von Siemens die Inhalte zweier grundlegender Normen zur umweltbewussten Produktgestaltung vorstellen:

  • DIN EN IEC 62430 Umweltbewusstes Gestalten (ECD) - Grundsätze, Anforderungen und Leitfaden
  • DIN EN 50693 Verfahren zur quantitativen, umweltgerechten Produktgestaltung durch Ökobilanzen und Umweltdeklarationen mittels Produktkategorieregeln für elektronische und elektrotechnische Geräte

Die 2. Staffel der DIN/DKE/VDI-Frühstücksreihe Klima und Normung startet am 09.05. (8:00 Uhr – 8:50 Uhr) mit dem Thema Sustainable Finance.

Sustainable Finance ist ein Hebel für die anstehende Transformation der Wirtschaft. Dabei können Normen und Standards als Werkzeug für den Umsetzungsprozess zu nachhaltigen Finanzflüssen verstanden werden. Sie können die Reife des Sustainable Finance Marktes beschleunigen, um realwirtschaftlichen und regulatorischen Bedarfen gerecht zu werden.

Franz Knecht (Connexis) wird Ihnen die ISO 32210 „Sustainable finance — Guidance on the application of sustainability principles for organizations in the financial sector” vorstellen, im Anschluss wird Herr Michael Franz Schmidt (LAIQON) zu DIN 77230 „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ referieren.