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Hintergrundinformationen:

Der Leitfaden wird sich mit der Quantifizierung von Umweltauswirkungen bei der Wiederverwendung beschäftigen und soll einen Beitrag zur Abfallvermeidung und Verringerung des Materialeinsatzes und somit zur Stabilisierung sowie Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft leisten. Zentrales Element des Leitfadens ist eine umfassende Quantifizierungsmethodik, die durch entsprechende Darstellung und Verwendung realistischer Daten und Formeln gestützt wird, indem praxisnahe Daten systematisch erhoben bzw. verwendet werden. Der Leitfaden soll Hinweise geben, wie Daten von Verbrauchern und Wertstoffhöfen generiert werden können, und sich an der Herangehensweise des IEC/TR 62635 Guidelines for end-of-life information provided by manufacturers and recyclers and for recyclability rate calculation of electrical and electronic equipment orientieren, wobei besonderer Wert auf den Informationsaustausch zwischen Entsorgungswirtschaft und Händlern gelegt wird.

WebkonferenzZugangsdatenTagesordnung
03.02.2026 (9-12h)







TO DOs:

Alle sind gebeten in der MS Umfrage anzugeben, ob Interesse an einer Mitarbeit an diesem Normungsvorhaben besteht und welche weiteren Stakeholder kontaktiert werden sollten, für die das Projekt interessant sein könnte. Die Auswertung der Umfrage wird am 03.02.2026 gezeigt.

Um ein erstes Meinungsbild zu bekommen, sind alle Interessierten gebeten bis 30.1.2026 den Text unten zu lesen und zu kommentieren.

Inhalte kommentieren Sie, indem Sie mit der Maus über die entsprechende Textpassage gehen. Hier erscheint eine Blase mit ‚Add inline comment‘. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die KU-Geschäftsstelle (annekatrin.mayer@din.de).

Arbeitstitel: 

„Wiederverwendung von Produkten & Teilen - Methode zur Datenerhebung & Quantifizierung der Minderung von Umweltauswirkungen (durch Abfallvermeidung)“


Einleitung

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt die Abfallhierarchie aus der europäischen Abfallrahmenrichtlinie national um. In § 6 des KrWG bildet die Abfallvermeidung die erste Stufe der fünfstufigen Abfallhierarchie, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, der sonstigen Verwertung und der Beseitigung. Auf Grundlage des Artikel 29 der europäischen Abfallrahmenrichtlinie sowie § 33 des KrWG wurde auch in Deutschland ein Abfallvermeidungsprogramm erstellt, welches im Jahr 2019 erstmals überprüft und die Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogrammes im Januar 2021 veröffentlicht wurde. Die Fortschreibung fokussierte sich auf konkrete Abfallströme wie beispielsweise Einwegprodukte, Verpackungen, Lebensmittel, Elektrogeräte und Bekleidung sowie auf Vermeidungsansätze und -konzepte für die öffentliche Beschaffung, der Reparatur/Wiederverwendung und der Förderung von Produkt-Dienstleistungs-Systemen.

Die Kreislaufwirtschaft ist das erklärte Ziel aller beteiligten Akteure. Dabei macht es einen Unterschied, was im Kreis geführt wird: Produkte oder Materialien. Letztendlich sind es immer Materialien, die wiederverwendet, wenn es nicht mehr anders geht, entsorgt werden müssen. Bevor jedoch diese Maßnahmen greifen dürfen, muss die Vermeidung, die Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung für die Kreislaufwirtschaft die volle Wirkung entfalten. Um den Prozess zur Vorbereitung zur Wiederverwendung und damit zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, ist es notwendig, Methoden und Verfahren zu entwickeln, die darstellen und zeigen, an welchen Stellen es sich lohnt, Maßnahmen anzusetzen.

Mit dem vorliegenden Leitfaden sollen Hinweise gegeben werden, mit welchen Methoden Daten erhoben bzw. verwendet, wie sie ausgewertet und dargestellt werden können und welche Ergebnisse zu welchen begründeten Maßnahmen führen sollen. In den Blickpunkten liegen

  • Welche Produkte bzw. Teile von Produkten liegen in welchen Mengen wo vor
  • Wie werden Gruppierungen vorgenommen, die (statistisch) vergleichbar sind
  • Welche Daten sind über diese Produktgruppen vorhanden und können berechnet werden
  • Welche Auswertungen und Ergebnisse lassen sich mit den vorliegenden Daten berechnen
  • Welche Maßnahmen und Verfahren lassen sich aus den Erkenntnissen ableiten und umsetzen

Die vornehmliche Sicht ist auf den Punkt Umweltauswirkungen und die Vermeidung von Belastungen für Umwelt und Mensch gerichtet. Welche Maßnahmen können bei Produktion, Verwendung, Wiederverwendung und Entsorgung dazu beitragen, schonender, optimierter bzw. umsichtiger die Ressourcen einzusetzen, damit alle einen Gewinn aus einer Neuproduktion oder der Aufarbeitung und Wiederverwendung ziehen können. Das Hauptgewicht dieses Leitfadens liegt auf der Wiederverwendung von Produkten bzw. zu Abfall gewordene Produkte, die es wieder in den Status ‚Produkt‘ geschafft möchten haben.


Scope / Geltungsbereich

In diesem Leitfaden werden Methoden zur Datenerhebung und Verfahren zur Datenauswertung dargestellt, die allen handelnden Akteuren in einer Kreislaufwirtschaft erlauben zu erkennen, wo welche Handlungen notwendig sind – um die Datenerhebung zu den Potentialen der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung zu verbessern und deren Umweltauswirkungen zu quantifizieren. Die Verantwortlichen bei Hersteller und Handel erhalten ein Hilfsmittel, um Proaktiv zur Planung der Wiederverwendung und Vorbereitung zur Wiederverwendung in ihren Geschäftsmodellen tätig werden zu können. Die Entsorgungswirtschaft wird durch die Methoden ein Planungsinstrument für das effiziente Zerlegen und Rückgewinnen von Teilen erhalten.



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